Marmor als Memoria : die Dichtung von Mak Dizdar und das Rätsel Bosnien





Faculty/Professorship: Slavic Literary Studies  
Author(s): Erdmann, Elisabeth von  
Other Contributing Persons: Měšťan, Antonín
Title of the compilation: Das Slawische Phänomen : Festschrift für Antonín Měšťan zu seinem 65. Geburtstag
Editors: Mácha, Karel
Publisher Information: Bamberg : Otto-Friedrich-Universität
Year of publication: 2022
Pages: 25-56
Source/Other editions: Das Slawische Phänomen : Festschrift für Antonín Měšťan zu seinem 65. Geburtstag. Mácha, Karel (Hg) Prag : euroslavica, 1996. S. 25-56. - ISBN: 80-85494-30-2.
Language(s): German
Remark: 
Es handelt sich hierbei um das Preprint des im Sammelwerk "Das Slawische Phänomen : Festschrift für Antonín Měšťan zu seinem 65. Geburtstag" erschienen gleichnamigen Artikels, s. o.
Vgl. auch https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/38656
Licence: German Act on Copyright 
URN: urn:nbn:de:bvb:473-irb-545000
Abstract: 
M. Dizdar versucht mit seiner Dichtung, die steinernen und schriftlichen Zeichen zu entziffern und verbildlicht die Zeichen und seinen Versuch, sie zu verstehen, mit der Metapher des »Schläfers unter dem Stein«, der versucht, sich mitzuteilen. M. Dizdar ist von Beginn an davon überzeugt, seinem eigenen Selbst in diesen Zeugnissen der Vergangenheit und in ihrer Personifikation des »Schläfers unter dem Stein« gegenüberzustehen. Die Zeichen bilden für ihn den Ort der Erinnerung seiner selbst, die von ihm allerdings erst noch geleistet werden muß.

Vor diesem Hintergrund schrieb er Gedichte, deren gemeinsamer Titel die von ihm erlebte Personifikation der memoria ist: Der steinerne Schläfer (Kameni spavač 1966-1970). Von großer Bedeutung für das Verständnis der Gedichte sind die Anmerkungen (»Bilješke i rječnik«) des Autors, die nicht nur wichtige lexikalische Hinweise geben, sondern auch Auskünfte über Motivation und Quellen sowie häufig auch eine Selbstdeutung

Die Option der bosnischen Identität realisiert M. Dizdar im Raum seiner Dichtung als gelenkte und selektive Wiedererinnerung an die verschollene Bedeutung mittelalterlicher und auch jüngerer Zeichensysteme. Er bezieht sie in seine Dichtung deutend mit ein und gestaltet die von ihm hinzugefügten Zeichen in Analogie zu den alten, unlesbaren. Der Schlüssel für die Entzifferung der miteinander vermischten Zeichensysteme aus verschiedenen Zeiträumen ist eine sich auf das Mittelalter zurückführende bosnische Identität, die zeitlich vor der osmanischen Okkupation beginnt und bis ins erste Jahrhundert der Okkupation reicht.
GND Keywords: Dizdar, Mak
Keywords: Bosnische Identität; Bosnische Kirche; Der steinerne Schläfer; Dualismus; Grabinschriften;, Kunst der Erinnerung; Mak Dizdar; Mittelalterliche Quellen; Stećci/Bosnische Grabsteine/Bogumilensteine;, Stein und Sprache/Dichtung; Symbole ; Nekropolen; Reliefe;
DDC Classification: 890 Other literatures  
RVK Classification: KW 4903   
Type: Preprint
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/54500
Release Date: 12. September 2022
Project: E.o Kultur, Sprache und Literatur in Bosnien-Hercegovina und Dalmatien

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