Das Perikopenbuch von Ivan Bandulavić. Versuch einer kulturhistorischen Wertung





Faculty/Professorship: Slavic Literary Studies  
Author(s): Erdmann, Elisabeth von  
Publisher Information: Bamberg : Otto-Friedrich-Universität
Year of publication: 2021
Pages: 7-79
Source/Other editions: Pisctole i evangelya. Das Perikopenbuch von Ivan Bandulavić von 1613. Teil b. Glossar und Kommentar. / von Darija Gabrić-Bagarić und Elisabeth von Erdmann-Pandžić. - Köln [u.a.] : Böhlau. - (Quellen und Beiträge zur kroatischen Kulturgeschichte ; 7,b), S. 7-79, ISBN 3-412-16296-5
Year of first publication: 1997
Language(s): German
DOI: 10.20378/irb-49579
Licence: German Act on Copyright 
URN: urn:nbn:de:bvb:473-irb-495798
Abstract: 
Der Kommentar zum Perikopenbuch des Franziskaners Ivan Bandulavić unternimmt eine kulturhistorische Wertung dieses überregional verwendeten Lektionars.

Seit dem 16. Jahrhundert folgten die katholischen Geistlichen, Ordensleute und Gemeinden in den katholischen kroatischen und bosnischen Gebieten nicht nur der kirchenslavischen Tradition kroatisch-glagolitischer Redaktion, sondern besonders auch der zweiten Tradition der in eine gesprochene štokavische Sprache übersetzten lateinischen Liturgie und Riten wie auch der Predigten und katechetischen Schriften (Rituale Romanum, Lektionare, Predigtbücher, Katechismen). Diese Praxis reichte von Istrien bis Nordbosnien.

Das 1613 in Venedig gedruckte Lektionar des Franziskaners Ivan Bandulavić (1591-?) wurde mit vielen Auflagen und in überregionaler Verbreitung zu einer tragenden Quelle dieser Tradition, die von dem großen Bedarf an kirchlichen Texten in einer gesprochenen und allgemein verständlichen Sprache zeugte. Das Lektionar enthielt die Übersetzungen der Bibelperikopen des Kirchenjahres in die gesprochene Sprache auf štokavisch-ikavischer Grundlage (mit lexikalischen Elementen aus cakavischen Vorgängerlektionaren), die von Bandulavić für die bosnischen Katholiken erstellt worden waren.

Als wichtige Quelle der in die gesprochene Sprache auf štokavischer Grundlage übersetzten kirchlichen Texte wird das Lektionar in Beziehung zu den Übersetzungen des Jesuiten Bartol Kašić (1575-1650) gesetzt, dessen Rituale Romanum (1640) und Lektionar 1640 und 1641 zwar gedruckt werden konnten, dessen Bibelübersetzung aber 1634 von Rom verboten worden war.

Diese Tradition der in eine gesprochene Sprache auf štokavischer Grundlage übersetzten kirchlich-religiösen Texte ist durch ihre Autorität und Verbreitung über die dialektalen Grenzen hinweg von großer Bedeutung für die Erforschung der Standardisierungsprozesse der kroatischen Sprache.
GND Keywords: Bandulavić, Ivan, ca. 16. Jh. ; Perikopenbuch
Keywords: Gesprochene Sprache auf štokavischer Grundlage; Ivan Bandulavić; Kulturhistorische Wertung; Lektionare; Standardisierungsprozesse der kroatischen Sprache
DDC Classification: 890 Other literatures  
RVK Classification: KW 2108     KW 2200   
Type: Contribution to an Articlecollection
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/49578
https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/49579
Release Date: 4. August 2021

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