Hohe Diabetesbelastung bei Menschen mit Typ-1-Diabetes vor allem in den ersten Jahren nach Manifestation




Professorship/Faculty: Clinical Psychology and Psychotherapy  
Authors: Reimer, Andre; Schmitt, Andreas; Ehrmann, Dominic; Hermanns, Norbert ; Kulzer, Bernhard ; Haak, Thomas
Corporate Body: 51. Diabetes Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft, 4. - 7. Mai 2016, Berlin
Publisher Information: Bamberg : OPUS
Year of publication: 2017
Pages / Size: 1 pdf-Datei (1 S.)
Source/Other editions: Ursprünglich in: Diabetologie und Stoffwechsel : offizielles Organ der Deutschen Diabetes-Gesellschaft 11 (2016) Suppl 1, S26 (P-90)
Year of first publication: 2016
Language(s): German
Licence: German Act on Copyright 
DOI: 10.1055/s-0036-1580837
URL: https://www.thieme-connect.de/products/ejournal...
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus4-496881
Document Type: Other
Abstract: 
Fragestellung: Die Diagnose eines Typ-1-Diabetes stellt Betroffene vor das Erfordernis umfassender Verhaltensanpassungen zur erfolgreichen Umsetzung ihres Diabetes-Selbstmanagements und geht häufig mit emotionalen Belastungen einher. Obwohl anzunehmen ist, dass die emotionale Bewältigung des Diabetes mit zunehmender Dauer des Diabetes besser gelingt, sind bisherige Untersuchungen zum Zusammenhang von Diabetesdauer und diabetesbezogener emotionaler Belastung bei Typ-1-Diabetes uneindeutig.

Methodik: 1381 Menschen mit Typ-1-Diabetes (Alter 41 ± 13 Jahre, 53% weiblich, Diabetesdauer 18 ± 12 Jahre, HbA1c 8,5 ± 1,8%) wurden im Rahmen eines klinikinternen Screenings auf affektive Symptome befragt. Die Diabetesbelastung wurde mit der Problem Areas In Diabetes (PAID) Skala erfasst, depressive Stimmung mit der Allgemeinen Depressionsskala (ADS). Die Assoziation zwischen Diabetesdauer und Diabetesbelastung, adjustiert für Alter, Geschlecht und weitere relevante Kovariaten, wurde mittels multipler Regression untersucht.

Ergebnisse: Das multiple Regressionsmodell zeigte eine signifikant negative Assoziation von Diabetesdauer und -belastung (ß=-0,11; p < 0,001) unter Kontrolle klinisch bedeutsamer Variablen wie des HbA1c-Wertes (ß= 0,06; p < 0,01), depressiver Symptome (ß= 0,65; p < 0,001), Folgeerkrankungen (ß=-0,01; p > 0,05) sowie Insulinpumpentherapie (ß= 0,02; p > 0,05).

Personen mit einer Diabetesdauer bis einschließlich drei Jahre wiesen neben einer höheren Diabetesbelastung (34,1 vs. 29,6; p < 0,01) auch einen höheren HbA1c-Wert (8,9% vs. 8,4%, p < 0,01) und stärker ausgeprägte Depressionssymptome auf (17,7 vs. 15,9; p = 0,076).

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse deuten auf eine erhöhte Diabetesbelastung bei Menschen mit Typ-1-Diabetes insbesondere in den ersten Jahren nach der Manifestation hin. Dementsprechend kann besonders bei Menschen mit kurzer Diabetesdauer eine intensivere medizinische und psychosoziale Betreuung sinnvoll sein.
Peer Reviewed: Ja
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/42226
Release Date: 24. July 2017

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