Metakognition und Leistung. Eine Längschnittuntersuchung in den Bereichen Lesen und Englisch bei Schülerinnen und Schülern der fünften und sechsten Jahrgangsstufe




Professorship/Faculty: Empirical Educational Research 
Authors: Neuenhaus, Nora
Alternative Title: Metakognition and achievement. A longitudinal study in the domains of reading and English as a foreign language with fifth grade and sixed grade students.
Publisher Information: Bamberg : opus
Year of publication: 2011
Pages / Size: VII, 216 S. : Ill.
Supervisor(s): Artelt, Cordula
Language(s): German
Remark: 
Bamberg, Univ., Diss., 2011
Licence: German Act on Copyright 
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus-3939
Document Type: Doctoralthesis
Abstract: 
Zentraler Bestandteil der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung der Entwicklung metakognitiven Wissens in den Bereichen Lesen und Englisch vom Anfang der fünften bis zur Mitte der sechsten Klasse. Da metakognitives Wissen als eine wichtige Determinante des Lernens betrachtet wird, werden zudem Zusammenhänge mit der Leistung erwartet. Aufgrund mangelnder Verfahren zur Papier und Bleistift basierten Erfassung wurden diese Zusammenhänge bisher allerdings primär anhand von querschnittlich angelegten Interviewstudien oder anhand von Interventionsstudien belegt. Aus diesem Grund ist ein weiteres Ziel der vorliegenden Arbeit, die Prädiktivität des bereichsspezifischen metakognitiven Wissens für die zu einem späteren Zeitpunkt gemessene Leistung in dem entsprechenden Inhaltsbereich zu belegen. Für den Bereich des Lesens wurde zudem die Bedeutung der metakognitiven Überwachung für den Zusammenhang von metakognitivem Wissen und Leistung untersucht. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde zunächst die Entwicklung eines metakognitiven Wissenstests für den Bereich Englisch und die Adaption eines metakognitiven Wissenstests für den Bereich Lesen geleistet. Weiterhin erfolgte die Validierung der beiden Verfahren anhand einer Expertenbefragung und einer umfangreichen Pilotstudie bei Schülern der fünften und sechsten Klasse, um zunächst die Voraussetzungen für eine valide, reliable und ökonomische Messung des metakognitiven Wissens in der längsschnittlich angelegten Hauptstudie zu gewährleisten. Auch zur Erfassung der metakognitiven Überwachung wurde in Anlehnung an etablierte Erhebungsmethoden ein Papier und Bleistift basiertes Instrument entwickelt, welches im Rahmen von kognitiven Interviews in Bezug auf Altersangemessenheit und Verständlichkeit evaluiert wurde. Im Rahmen des EWIKO-Projektes , einer von der DFG im Rahmen des Schwerpunktprogramms Kompetenzmodelle geförderten Längsschnittstudie zur Entwicklung von Wissenskomponenten, wurden unter anderem diese metakognitiven Wissenstests in Kombination mit Leistungstests für die Bereiche Lesen und Englisch eingesetzt. An einer Stichprobe von insgesamt 918 Schülern wurde dabei das metakognitive Wissen im Bereich Englisch zu drei Messzeitpunkten im Abstand von jeweils acht Monaten erhoben. Das metakognitive Wissen im Bereich Lesen wurde analog zur Leistung in diesem Bereich zu zwei Messzeitpunkten im Abstand von 16 Monaten erhoben. Den in einer Längsschnittuntersuchung üblichen fehlenden Werte aufgrund der Nichtteilnahme von Schülern zu einzelnen Messzeitpunkten wurde durch eine multiple Imputation von Daten begegnet. Die Vergleichbarkeit von Skalen über mehrere Messzeitpunkte wurde für die beiden metakognitiven Wissenstests und die Englischleistung mittels Testwiederholungsmessung und für die Leistung im Bereich Lesen mittels eines Ankeritemdesigns und der entsprechenden Abbildung von Items verschiedener Messzeitpunkte auf einer gemeinsamen Metrik hergestellt. Sowohl für das metakognitive Wissen im Bereich Lesen als auch für das metakognitive Wissen im Bereich Englisch zeigten sich signifikante Zuwächse vom Beginn der fünften bis zur Mitte der sechsten Klasse. Das zu drei Messzeitpunkten gemessene metakognitive Wissen ermöglichte zudem erste Untersuchungen zum Verlauf der metakognitiven Wissensentwicklung, die auf einen linearen Entwicklungstrend hinweisen. Zudem konnte gezeigt werden, dass das zu Beginn der fünften Klasse gemessene metakognitive Wissen in den Bereichen Lesen und Englisch unter Kontrolle der jeweiligen Ausgangsleistung wenngleich in geringem Maße so doch signifikant zur Erklärung der späteren Leistung im entsprechenden Bereich beiträgt. Analysen zur Untersuchung des Einflusses der metakognitiven Überwachungsfähigkeit im Bereich Lesen auf die Beziehung zwischen dem metakognitiven Wissen und der Leistung liefern keine Hinweise auf eine moderierende Wirkung der metakognitiven Überwachung. Es werden jedoch erste empirische Belege für einen indirekten über das metakognitive Wissen vermittelten Effekt der metakognitiven Überwachung auf die Leistung gefunden. Im Ausblick werden Möglichkeiten zur weiteren Untersuchung der Entwicklung metakognitiven Wissens, der vertiefenden Betrachtung des Entwicklungszusammenhangs zwischen dem metakognitivem Wissen, der metakognitiven Überwachung und der Leistung sowie die ergänzende Berücksichtigung der Strategienutzung als Moderatorvariable im Beziehungsgefüge von metakognitivem Wissen und Leistung diskutiert.

The main focus of the present thesis is on the development of metacognitive knowledge in the domains of reading and English as a foreign language from the beginning of fifths grade until the middle of sixth grade. As metacognitive knowledge is considered to be an important predictor of learning the present study additionally investigates the predictivity of the domain specific metacognitive knowledge for later achievement in the specific domain. Furthermore metacognitive monitoring is assessed in the domain of reading to get further insights on the relation between metacognitive knowledge and metacognitive monitoring for learning and achievement.
SWD Keywords: Metakognition ; Online-Publikation
Keywords: metakognitives Wissen, Metacognition , metacognitive knowledge, Metacognition, metacognitive knowledge
DDC Classification: 370 Education 
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/354
Release Date: 20. April 2012

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