Erosion oder Stabilität der Beruflichkeit? Eine Analyse der Entwicklung und Determinanten beruflicher Mobilität





Professorship/Faculty: Labour Studies  
Author(s): Dütsch, Matthias ; Liebig, Verena; Struck, Olaf  
Title of the Journal: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie : KZfSS
ISSN: 0023-2653
Publisher Information: Wiesbaden : Springer VS
Year of publication: 2013
Volume: 65
Issue: 3
Pages: 505-531 ; Illustrationen, Diagramme
Language(s): German
DOI: 10.1007/s11577-013-0210-0
URL: http://link.springer.com/article/10.1007/s11577...
Abstract: 
Der Beitrag greift die wissenschaftliche Debatte um eine Entberuflichung im Zuge sich verändernder Mobilitätsprozesse im deutschen Arbeitsmarkt auf. Im Kohortenvergleich wird die Passung des erlernten und des ausgeübten Berufes sowohl in der horizontalen als auch in der vertikalen Dimension untersucht, um die Frage nach der erfolgreichen Verwertung aller im Bildungsprozess erworbenen Qualifikationen in den Blick nehmen zu können. Hierfür werden Berufswechsel anhand einer neuen Berufsklassifikation auf Basis des Datensatzes „Arbeiten und Lernen im Wandel“ (ALWA) operationalisiert. Zunächst wurde anhand von Kaplan-Meier Survivalkurven verdeutlicht, dass sich die Risiken der horizontalen Mobilität von Berufseinsteigern im Kohortenvergleich erhöht haben. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die vormals enge Verknüpfung zwischen dem Bildungs- und Beschäftigungssystem erodiert. Des Weiteren nahm unseren multivariaten Analysen mittels Cox-Regressionen zufolge die Mobilität auf inadäquate Statuspositionen zu. Damit zeigen sich veränderte Mobilitätsmuster der jüngeren Arbeitsmarkteintrittskohorten aufgrund der Ausweitung atypischer Beschäftigungsformen sowie der gestiegenen Volatilität der Märkte. Folglich weist der in zunehmendem Maße nicht gelingende Transfer beruflicher Qualifikationen bei zwischenbetrieblicher Mobilität auf eine sinkende Bindekraft der Beruflichkeit und auf wachsende Risiken des Verlustes berufsfachlicher Qualifikationen hin.

Regarding the changing patterns of mobility processes in the German labor market, this paper takes up the scientific debate on the declining significance of occupational qualifications. By comparing several labor market entry cohorts, the matching of the learned occupation and the practiced occupation is analyzed in both the horizontal and the vertical dimension of occupational mobility. In doing so, the question of a successful utilization of the skills acquired in the educational process can be addressed. Changes of occupations will be operationalized on the basis of a new professional classification by using the data set “Working and Learning in a Changing World” (ALWA). First, the Kaplan Meier survival curves show that the risks of horizontal occupational mobility have increased across cohorts. This indicates that the formerly close relationship between the education system and the employment system has weakened. Furthermore, according to our multivariate Cox regression analysis, the mobility towards inadequate status positions has increased. Thus, due to the expansion of atypical forms of employment and the increased volatility of the markets, altered mobility patterns of the younger cohorts entering the labor market can be shown. Consequently, the increase of unsuccessful transfers of skills in inter-firm mobility suggests a weakened cohesiveness between professionalism and a growing risk to loose professional qualifications.
Keywords: Berufliche Mobilität, Berufswechsel, Flexibilisierung, Erwerbsverlauf
Document Type: Article
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/2096
Year of publication: 25. September 2013