Die Einführung der Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte : Ein QCA-basierter Bundesländervergleich




Faculty/Professorship: Public Policy  
Author(s): Bandau, Frank  ; Bothner, Fabio
Alternative Title: The introduction of mandatory identification of police officers in the German Länder
Publisher Information: Bamberg : Otto-Friedrich-Universität
Year of publication: 2022
Pages: 3-31
Source/Other editions: Die Einführung der Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte : Ein QCA-basierter Bundesländervergleich;VS Verl. für Sozialwissenschaften, S. 3-31
is version of: 10.1007/s12286-020-00443-8
Year of first publication: 2020
Language(s): German
Licence: Creative Commons - CC BY - Attribution 4.0 International 
URN: urn:nbn:de:bvb:473-irb-552090
Abstract: 
Wiederholte Vorfälle von Polizeigewalt bei Demonstrationen haben in Deutschland zu Forderungen nach einer individuellen Kennzeichnung von Polizeibeamten bei derartigen Einsätzen geführt. In der Folge hat ein Teil der Bundesländer eine nummerische Kennzeichnung eingeführt, während dies in anderen Bundesländern bisher nicht geschehen ist. Der Artikel geht der Frage nach, wie diese Varianz zwischen den Ländern zu erklären ist, und ermittelt, unter welchen Bedingungen es zur Einführung der Kennzeichnungspflicht kommt. Eine crisp-set Qualitative Comparative Analysis (csQCA) dient dabei der Identifizierung von Konfigurationen von Erklärungsfaktoren, die zur Einführung der Kennzeichnung von Polizisten führen. Ergänzt wird die QCA um kurze Fallstudien (Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein), die dazu dienen, die zuvor proklamierten Kausalmechanismen zu überprüfen. Basierend auf diesem methodischen Vorgehen gelangt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Regierungsbeteiligung von Grünen oder Linken als Agenda-Setter eine notwendige Bedingung für die Einführung der Kennzeichnung darstellt. Darüber hinaus zeigt sich, dass das Auftreten eines Agenda-Setters bei gleichzeitigem Fehlen eines Blockierers in Form von CDU/CSU eine günstige Regierungskonstellation für die Kennzeichnungspflicht darstellt. Damit es tatsächlich zur Einführung kommt, müssen aber entsprechende Rahmenbedingungen herrschen. Beim Vorreiter Berlin war dies durch das Auftreten eines Focusing Events der Fall, bei den Nachzüglern begünstigte der resultierende Diffusionsdruck die Durchsetzung der Kennzeichnungspflicht.

Recurring incidents of police violence against protesters have sparked a debate on the introduction of mandatory identification of police officers (Kennzeichnungspflicht) in Germany. In this context, some German Länder have introduced identification numbers for police officers in group operations while others have not. The article analyzes what accounts for those differences by determining the conditions under which mandatory identification is introduced. For this purpose, we combine a crisp-set Qualitative Comparative Analysis (csQCA) with short case studies. The csQCA provides configurations of conditions that lead to the introduction of mandatory identification. Case studies on five Länder (Berlin, Hesse, Mecklenburg-West Pomerania, Rhineland-Palatinate and Schleswig-Holstein) complement the QCA by testing the assumed causal mechanisms. The results are as follows: Government participation by the Greens and/or the Left Party as agenda setters is a necessary condition for the introduction of mandatory identification. In addition, government participation of an agenda setter and the simultaneous absence of an opponent, first and foremost CDU/CSU, provide favorable political conditions for introducing mandatory identification. This kind of policy change is further facilitated by favorable context factors such as focusing events, as in the case of Berlin, and rising pressure to act due to policy diffusion.
GND Keywords: Deutschland; Länder; Polizeibeamter; Kennzeichnung <Recht>
Keywords: Bundesländervergleich, Crisp-Set Qualitative Comparative Analysis (csQCA), Kennzeichnungspflicht, Parteien, Policy-Forschung, German Länder, Mandatory Identification of Police Officers, Partisan Politics, Policy Analysis
DDC Classification: 320 Political Science  
RVK Classification: MG 15950   
Type: Article
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/55209
Release Date: 23. August 2022

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