Literatur der Kolonialzeit




Faculty/Professorship: Romance Literary Studies: Hispanic Literatures  
Author(s): Rodrigues-Moura, Enrique  
Publisher Information: Bamberg : Otto-Friedrich-Universität
Year of publication: 2022
Pages: 8
Source/Other editions: Handbuch Spanisch : Sprache, Literatur, Kultur, Geschichte in Spanien und Hispanoamerika ; für Studium, Lehre, Praxis / Born, Joachim; Folger, Robert; Laferl, Christopher F.; Pöll, Bernhard (Hg). - Berlin, 2012. S. 852–859
Year of first publication: 2012
Language(s): German
Licence: Creative Commons - CC BY-ND - Attribution - NoDerivatives 4.0 International 
URN: urn:nbn:de:bvb:473-irb-539208
Abstract: 
Nimmt man die Eckdaten der Präsenz der spanischen Krone in den Amerikas zum Ausgangspunkt, dann erstreckt sich die Kolonialzeit von der Ankunft des Kolumbus in der Karibik 1492 bis zu den Unabhängigkeitskriegen am Beginn des 19. Jh. über mehr als dreihundert Jahre. In Kuba und Puerto Rico dauerte sie sogar mehr als vierhundert Jahre.
Im Zuge der neueren kulturwissenschaftlichen Forschung und unter dem Einfluss der Postcolonial Studies hat auch die Erforschung der hispanoamerikanischen Kolonialkultur neue Wege beschritten, die von eindiminensionalen Lesarten eurozentristischen Zuschnitts wegführen. Ziel ist es dabei u. a., zu einem adäquateren Verständnis der hispanoamerikanischen Kolonialliteratur zu gelangen, die sich zwar in Abhängigkeit von der iberischen Kultur entwickelt, aber dennoch eigenständige Ausdrucksformen hervorgebracht hat. Um ein genaueres Bild zu erhalten, müssen auch noch viele Archive und Bibliotheken erforscht werden. Zudem haben in den letzten Jahren auch transatlantische iberoamerikanische Forschungsprojekte an Bedeutung gewonnen, die neben Brasilien auch die Entwicklung im anglo- und frankoamerikanischen Raum sowie in Afrika in die Betrachtung einbeziehen. Schließlich lassen sich auch zunehmend Tendenzen erkennen, die die monolithische Sicht auf Spanien und Portugal während der Kolonialzeit in Frage stellen, denn auch auf der Iberischen Halbinsel war das kulturelle Leben keineswegs homogen, sondern vom Zusammenspiel hybrider Subjekte im Hinblick auf Religion (Juden, Neuchristen und Morisken) und Sprache geprägt, die zusätzlich zur Hereinnahme der identitären Kategorien Gender und sexuelle Orientierung der Forschung neue Impulse zu geben vermögen. Diese neuen Ansätze, die der Komplexität der kolonialen Literaturen gerecht zu werden versuchen, könnten sowohl einen einseitigen Eurozentrismus als auch sein Gegenteil, einen hispanoamerikanischen Tropikalismus (Protonationalismus), in der Beschäftigung mit kolonialer Literatur verhindern.
GND Keywords: Hispanoamerika; Kolonialliteratur
Keywords: Hispanoamerikanische Literatur, Kolonialzeit
DDC Classification: 860 Spanish & Portuguese literature  
RVK Classification: IQ 00135   
Peer Reviewed: Ja
International Distribution: Ja
Type: Contribution to an Articlecollection
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/53920
Release Date: 6. May 2022

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