Das unentdeckte Land : Studien zur Erforschung des Todes in der Neuzeit am Beispiel von Totenkronen





Faculty/Professorship: University of Bamberg  ; Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften: Abschlussarbeiten 
Author(s): Lippok, Juliane
Publisher Information: Bamberg : Otto-Friedrich-Universität
Year of publication: 2021
Pages: 235 ; Illustrationen, Diagramme
Supervisor(s): Ericsson, Ingolf ; Beilke-Voigt, Ines
Language(s): German
Remark: 
Kumulative Dissertation, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2021
DOI: 10.20378/irb-50670
Licence: Creative Commons - CC BY-NC-ND - Attribution - NonCommercial - NoDerivatives 4.0 International 
URN: urn:nbn:de:bvb:473-irb-506705
Abstract: 
Das Thema dieser Arbeit sind Totenkronen, die während archäologischer Untersuchungen in Deutschland dokumentiert wurden. In dieser Untersuchung wurden 1039 Totenkronen, die von 163 Fundplätzen stammen, erfasst. Totenkronen waren in der Neuzeit in Gebrauch (16. Jh.– Anfang 20. Jh.) und wurden in Kirchen aufbewahrt oder den Verstorbenen ins Grab mitgegeben. Verschiedene Formen sind nachweisbar. Meist handelt es sich um filigrane Kränze, deren floral anmutende Ornamente aus Drähten, Glasperlen und organischen Materialien aufgebaut waren. Totenkronen sind Teil der Sepulkralkultur der Neuzeit und Untersuchungsgegenstand verschiedener Disziplinen wie der Neuzeitarchäologie und der europäischen Ethnologie. Während die Praxis, Totenkronen zu stiften, in der Neuzeit weit verbreitet war, war die Existenz von Totenkronen bis in die 1990er Jahre nahezu in Vergessenheit geraten. Totenkronen erlauben ebenso wie andere Grabfunde nicht nur Rückschlüsse auf Bestattungspraktiken, sondern können auch aufschlussreich in Bezug auf die religiösen und sozialen Netze sein, in welche die Verstorbenen eingebunden waren. Totenkronen treten im 16. Jh. erstmals auf und fallen damit mit der Zeit der Reformation zusammen: Es ist daher zu prüfen, inwiefern sie mit den tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzungsprozessen im Umfeld der Reformation verknüpft waren. Darüber hinaus ist die Neuzeit auch durch einen dynamischen technischen Wandel geprägt, der sich in den zur Herstellung von Totenkronen verwendeten Materialien wie Drähten und Glasperlen niederschlägt. Die Untersuchung dieser Spuren kann Hinweise auf Handel, Handwerk und Datierung liefern. Diese Erkenntnisse sind nicht nur für Totenkronen relevant, da andere neuzeitliche Schmuck- und Kleidungsbestandteile ebenfalls aus diesen Materialien hergestellt wurden. Totenkronen besitzen damit ein großes Erkenntnispotenzial, um die Sepulkralkultur der Neuzeit und ihre kulturgeschichtliche Relevanz besser zu verstehen.
GND Keywords: Totenkrone; Geschichte 1500-1900
Keywords: Totenkronen, Neuzeitarchäologie, Bestattungskultur
DDC Classification: 930 History of ancient world & archaeology  
RVK Classification: NF 7100   
Type: Doctoralthesis
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/50670
Release Date: 10. March 2022

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