Effekt eines Behandlungsprogramms für Menschen mit Diabetes und gestörter Krankheitsakzeptanz - Eine nicht-randomisierte Matched-Pair-Studie





Professorship/Faculty: Lehrstuhl für Klinische Psychologie/Psychotherapie ; Professur für Pathopsychologie 
Author(s): Schmitt, Andreas; Reimer, Andre; Kulzer, Bernhard ; Schäfer, Arne; Maier, Berthold; Haak, Thomas; Hermanns, Norbert
Pages / Size: S73 (P215)
Title of the Journal: Diabetologie und Stoffwechsel
Language(s): German
ISSN: 1861-9002
Publisher Information: Stuttgart [u.a.]
Volume: 13
Issue: Suppl. 1
Publisher Information: Thieme
Year of publication: 2018
Remark: 
Postprint erschienen: Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2020
Abstract: 
Fragestellung:

Diabetes-Nonakzeptanz ist assoziiert mit non-adhärenter Selbstbehandlung und hyperglykämischer Stoffwechsellage. In dieser prospektiven Matched-Pair-Pilotstudie wurden die Effekte eines Gruppen-Interventionsprogramms für Personen mit Diabetesakzeptanzstörungen erstmals untersucht.

Methodik:

Zwischen 11/2015 und 4/2017 nahmen 48 Personen an einem Gruppenprogramm für Diabetesakzeptanzstörungen teil (10 Einheiten zu je 2 Std.; CBT- und ACT-basierte Interventionen). Die Behandlung zu 7 – 8 Personen erfolgte während eines zweiwöchigen DZM-Aufenthalts. 48 reguläre Klinikbesucher wurden hinsichtlich Diabetesakzeptanzwert, Geschlecht und Alter auf die Gruppenteilnehmer gematcht (= Kontrollgruppe). Primäres Zielkriterium war die Veränderung des Diabetesakzeptanzwertes (DAS-Fragebogen). Sekundäre Zielkriterien waren Veränderungen bzgl. Diabetesbelastung (PAID-Fragebogen) und Selbstbehandlungsverhalten (DSMQ-Fragebogen). Messzeitpunkte waren Prätest, Posttest und 9-Monats-FU. Auswertung mittels ANOVA, adjustiert für Geschlecht, Alter und Baseline-Messwerte.

Ergebnisse:

Stichprobe: n= 96; 64% weiblich; Alter: 36 ± 12J.; 92% T1DM; Diabetesdauer: 15 ± 9J.; HbA1c: 9,4 ± 1,8%). Matching: Keine sign. Baseline-Gruppenunterschiede bzgl. DAS-Wert, Alter und Geschlecht. An Posttest und FU nahmen 88 (92%) bzw. 52 Personen (54%) teil. Die Treatmentgruppe zeigte eine Steigerung des Diabetesakzeptanzwertes von 23,4 (Prätest) auf 57,5 (Posttest) und 34,3 (FU), die Kontrollgruppe von 25,9 (Prätest) auf 49,0 (Posttest) und 32,3 (FU); adjustierte Differenzen zwischen den Gruppen: +7,4 DAS-Punkte im Posttest (p< 0,001), +5,7 DAS-Punkte im FU (p= 0,08). Bzgl. der Diabetesbelastung zeigten sich ähnliche Ergebnisse, bzgl. des Selbstbehandlungsverhaltens keine signifikanten Gruppenunterschiede.

Schlussfolgerungen:

Die Behandlung ergab eine signifikant größere Verbesserung der Diabetesakzeptanz im Prä-Post-Vergleich. Zum FU-Zeitpunkt war der Treatment-Effekt zwar größer als in der Kontrollgruppe, der Unterschied jedoch nicht signifikant. Die Nachhaltigkeit des akzeptanzförderlichen Effekts muss anhand größerer Fallzahl nachgeprüft werden. Spezifische Effekte auf die Diabetes-Selbstbehandlung zeigten sich nicht.
DOI: 10.1055/s-0038-1641973
URL: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0038-1641973
https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/47067
Peer Reviewed: Ja
International Distribution: Nein
Document Type: Article
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/46289
Release date: 24. August 2019


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