Evaluation eines Stepped-Care-Ansatzes zur Behandlung von Depression und Diabetes Distress bei Menschen mit Diabetes: Ergebnisse der randomisiert-kontrollierten ECCE HOMO-Studie





Professorship/Faculty: Clinical Psychology and Psychotherapy  
Authors: Schmitt, Andreas; Reimer, Andre; Kulzer, Bernhard ; Haak, Thomas; Hermanns, Norbert
Title of the Journal: Diabetologie und Stoffwechsel
ISSN: 1861-9002
Publisher Information: Stuttgart [u.a.] : Thieme
Year of publication: 2018
Volume: 13
Issue: Suppl. 1
Pages / Size: S72 (P213)
Language(s): German
Remark: 
Postprint erschienen: Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2020
DOI: 10.1055/s-0038-1641971
URL: https://www.thieme-connect.com/products/ejourna...
https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/47069
Document Type: Article
Abstract: 
Fragestellung:

Depressionssymptome und Diabetesbelastungen sind bei T1/T2DM verbreitet und mit ungünstigeren Behandlungsoutcomes assoziiert. Diese prospektive, randomisiert-kontrollierte Studie untersuchte Effekte eines Stepped-Care-Ansatzes für Diabetespatienten mit komorbider Depression und/oder Diabetes Distress.

Methodik:

Personen mit T1/T2DM und Depression (CES-D-Wert≥16) und/oder Diabetes Distress (PAID-Wert≥40) erhielten Stepped-Care oder Usual-Care. Stepped-Care: Gruppen-CBT für Diabetesbelastungen/Depressivität (5 Sitzungen); bei Persistenz der Depressivität: Einzel-CBT für Depression (12 Telefon-Sitzungen); bei Persistenz: Überweisung in ambulant-psychotherapeutische/-psychiatrische Behandlung. Usual-Care: Diabetesschulung/-beratung. Primärzielkriterium war eine klinisch bedeutsame Senkung des HAMD-Depressionswertes (< Cut-Off-Wert = 9 oder ≥50%) im 12-Monats-FU. Sekundärzielkriterien waren Verbesserungen hinsichtlich Depressivität (HAMD, CES-D), Diabetes Distress (PAID), Wohlbefinden (WHO-5), Lebensqualität (EQ-5D), Diabetesakzeptanz (AADQ), Selbstbehandlungsverhalten (SDSCA), HbA1c.

Ergebnisse:

260 Teilnehmer wurden randomisiert (weiblich = 55%; Alter = 45 ± 14J.; T1DM = 64%; Baseline-CES-D-/-PAID-Werte = 23,8 ± 9,6/39,9 ± 18,5). 131 Personen erhielten Stepped-Care, 129 Usual-Care. Drop-Out = 15%. Eine bedeutsame Depressionsreduktion im 12-Monats-FU berichteten 87,0% versus 48,2% der Treatment- versus Kontrollgruppenteilnehmer (p< 0,01). Treatmentteilnehmer berichteten auch eine signifikant größere Depressionsreduktionen im HAMD-Interview (-6,3 vs. -3,3 HAMD-Punkte, adj. Diff.=-3,2, p< 0,01). Der CES-D-Fragebogen zeigte jedoch keine signifikant größere Depressionsreduktion der Treatmentgruppe an (-9,3 vs. -6,6, adj. Diff.=-2,1, p= 0,08). Diabetes Distress wurde unter Stepped-Care und Usual-Care reduziert ohne signifikanten Gruppenunterschied (-11,6 vs. -8,2 PAID-Punkte, adj. Diff.=-3,3, p= 0,13). Ferner zeigte die Treatmentgruppe größere Verbesserungen hinsichtlich Wohlbefinden (adj. Diff.=+1,4 WHO-5-Punkte, p= 0,01) und Diabetesakzeptanz (adj. Diff.=+1,2 AADQ-Punkte, p= 0,04). Es zeigten sich keine Gruppenunterschiede hinsichtlich Verbesserungen von Lebensqualität, Selbstbehandlungsverhalten und HbA1c (p≥0,09).

Schlussfolgerungen:

Der Stepped-Care-Ansatz erzielte Verbesserungen hinsichtlich Depression, Wohlbefinden und Diabetesakzeptanz, bei Diabetes Distress nur post-treatment. Die Verbesserungen von Lebensqualität, Selbstbehandlungsverhalten und HbA1c waren nicht größer als unter Usual-Care.
Peer Reviewed: Ja
International Distribution: Nein
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/46270
Release Date: 24. August 2019