Junge Erwachsene mit Typ-1-Diabetes (18 – 25 Jahre): ein neues stationäres Therapiekonzept





Professorship/Faculty: Lehrstuhl für Klinische Psychologie/Psychotherapie ; Professur für Pathopsychologie 
Author(s): Maier, Berthold; Kulzer, Bernhard ; Schäfer, Arne; Tombek, Astrid; Greiner, Joana; Brämswig, Susanne; Haak, Thomas
Pages / Size: S75 (P221)
Title of the Journal: Diabetologie und Stoffwechsel
Language(s): German
ISSN: 1861-9002
Publisher Information: Stuttgart [u.a.]
Volume: 13
Issue: Suppl. 1
Publisher Information: Thieme
Year of publication: 2018
Remark: 
Postprint erschienen: Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2020
Abstract: 
Fragestellung:

Junge Erwachsene (JE) mit Typ-1-Diabetes sind eine Risikogruppe in Bezug auf erhöhte HbA1c-Werte, schwere Unterzuckerungen, Ketoazidosen, psychische Probleme, Risikoverhalten mit möglichen negativen Konsequenzen für die gesundheitliche Prognose sowie in Bezug auf eine diskontinuierliche Betreuung.

Methodik:

Wir entwickelten ein spezielles stationäres Gruppenkonzept (8 Teilnehmer) für diese Altersgruppe, angepasst auf die spezifischen Bedürfnisse und Probleme dieser Zielgruppe. Der Fokus des Therapiekonzepts liegt auf Coaching, psychologischer Unterstützung und der Vermittlung von Kenntnissen/Fertigkeiten zu neuen Diabetestechnologien. Wir berichten über die Teilnehmer der ersten 7 Therapiegruppen.

Ergebnisse:

n = 56 JE, Alter 21,0 ± 1,5J., berufstätig 39,3% (22), in Ausbildung 42,9% (24), arbeitslos 17,9% (10), Diabetesdauer 9,0 ± 5,2J., ICT 55,4% (31), CSII 44,6% (25), Blutzuckerselbstkontrolle 44,6% (25), FGM 42,9% (24), CGM 0% (0), keine Selbstkontrolle 12,5% (7), HbA1c 9,5 ± 5,7%, HbA1c > 8,5% 67,9% (38), mind. 1 schwere Hypoglykämie (SH, 12 Mon.) 7,1% (5 SH), mind. 1 Ketoazidose (KA, 12 Mon.) 14,3% (18 KA), Folgekomplikationen 16,1% (9), Alkoholkonsum 62,5% (35), Nikotinkonsum 44,6% (25), ärztlich-klinischer Eindruck „Motivations- und Akzeptanzprobleme“ 35,7% (20).

Schlussfolgerungen:

Zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme weisen mehr als zwei Drittel der JE eine ausgeprägt hyperglykäme Stoffwechsellage auf. Weiterhin stellen das vermehrte Auftreten von Akutkomplikationen, ein beträchtlicher Anteil von JE mit fehlender oder defizitärer Glukoseselbstkontrolle sowie die Häufung von Motivations- und Akzeptanzproblemen eine Akkumulation von Risiken für die weitere gesundheitliche und psychische Entwicklung in dieser Altersgruppe dar. Zusammenfassend unterstreichen die Daten die Dringlichkeit eines spezifischen Therapiekonzepts für JE mit Typ-1- Diabetes.
DOI: 10.1055/s-0038-1641979
URL: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0038-1641979
https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/47066
Peer Reviewed: Ja
International Distribution: Nein
Document Type: Article
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/46264
Release date: 24. August 2019


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