Evaluierung der Wirksamkeit eines neuen strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogramms für die Insulinpumpentherapie (INPUT): Ergebnisse einer randomisierten, kontrollierten Studie





Faculty/Professorship: Clinical Psychology and Psychotherapy  
Author(s): Ehrmann, Dominic  ; Kulzer, Bernhard ; Schipfer, Melanie; Lippmann-Grob, Bernhard; Haak, Thomas; Hermanns, Norbert  
Title of the Journal: Diabetologie und Stoffwechsel
ISSN: 1861-9002
Publisher Information: Stuttgart [u.a.] : Thieme
Year of publication: 2018
Volume: 13
Issue: Suppl. 1
Pages: S10-S11 (FV 28)
Language(s): German
DOI: 10.1055/s-0038-1641786
URL: https://www.thieme-connect.com/products/ejourna...
Abstract: 
Fragestellung:

Insulinpumpen bieten viele Möglichkeiten für eine Feinsteuerung des Insulinbedarfs. Jedoch müssen Menschen mit Diabetes Wissen und Fertigkeiten erwerben, um die Insulinpumpe auch effektiv nutzen zu können. Mit INPUT wurde ein neues 12-stündiges, strukturiertes Schulungs- und Behandlungsprogramm für die Insulinpumpentherapie entwickelt. Die Wirksamkeit wurde in einer randomisierten, kontrollierten Studie mit 6-Monats-Follow-up getestet.

Methodik:

Die Evaluationsstudie wurde in 26 Studienzentren durchgeführt. Studienteilnehmer mussten bereits eine Insulinpumpentherapie durchführen und zwischen 16 und 75 Jahre alt sein. Studienteilnehmer wurden per Zufall zwei Gruppen zugeteilt: Schulung mit INPUT oder Warte-Kontrollgruppe. Primärer Endpunkt war die Verbesserung des HbA1c-Wertes sechs Monate nach Ende der Schulung.

Ergebnisse:

Insgesamt wurden 268 Menschen mit Diabetes randomisiert. Zum 6-Monats-Follow-up konnten Daten von 254 Studienteilnehmern ausgewertet werden (INPUT n = 128; Kontrollgruppe n = 126). Die Studienteilnehmer hatten im Durchschnitt seit 22,9 ± 12,5 Jahren Diabetes und waren seit 8,6 ± 6,7 Jahren auf eine Insulinpumpentherapie eingestellt. In der INPUT-Gruppe verbesserte sich der HbA1c signifikant (8,33 ± 0,8% vs. 8,04 ± 0,9%; p < 0,0001), in der Kontrollgruppe jedoch nicht (8,33 ± 1,0% vs. 8,27 ± 1,0%; p = 0,11). Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war hochsignifikant (-0,28% vs. -0,06%; Δ=-0,22%, 95%-KI -0,38 bis -0,06; p = 0,003). Der Anteil der Studienteilnehmer mit einem HbA1c-Wert von ≤7,5% war in der INPUT-Gruppe signifikant höher (Odds-Ratio 5,344; 95%-KI 10,948 bis 2,608; p = 0,047).

Schlussfolgerung:

Die Teilnahme an INPUT führte zu einer signifikanten Verbesserung der glykämischen Kontrolle, und zu einem höheren Anteil von Probanden mit einer gemäß DDG-Leitlinie für Typ-1-Diabetes zufriedenstellenden glykämischen Glukoseeinstellung. Die Wirksamkeit von INPUT konnte bestätigt werden. Eine Integration von INPUT in die klinische Praxis kann die Effizienz der Insulinpumpentherapie weiter steigern.
Peer Reviewed: Ja
International Distribution: Nein
Type: Article
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/46254
Year of publication: 26. August 2019