Mönche als Pioniere in der Wildnis? : Aspekte des mittelalterlichen Landesausbaus





Faculty/Professorship: Medieval and Post Medieval Archaeology  
Author(s): Schreg, Rainer  
Editors: Krätschmer, Marco; Thode, Katja; Vossler-Wolf, Christina
Publisher Information: Bamberg : opus
Year of publication: 2018
Pages: 29
Source/Other editions: Ursprünglich in: Klöster und ihre Ressourcen : Räume und Reformen monastischer Gemeinschaften im Mittelalter / Marco Krätschmer, Katja Thode und Christina Vossler-Wolf (Hrsg.). - Tübingen, 2018, Seite 39-58
is version of: 10.15496/publikation-26323
Language(s): German
DOI: 10.20378/irbo-53628
Licence: Creative Commons - CC BY-NC-ND - Attribution - NonCommercial - NoDerivatives 3.0 International 
URL: https://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/i...
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus4-536285
Abstract: 
Klöstern wird häufig eine besondere Rolle beim mittelalterlichen Landesausbau zugeschrieben. Einerseits wirkt hier das klösterliche Ideal des Lebens in der Einsamkeit, andererseits ist das Bild auch beeinflusst von anachronistischen, modernen Geschichts- und Naturvorstellungen. Aus einer landschaftsarchäologischen Perspektive untersucht der Beitrag die Lage früh- und hochmittelalterlicher Klostergründungen (Bebenhausen, Eußerthal, Hirsau und Faurndau), die in den Kontext der regionalen Landschaftsentwicklung gestellt werden. Herangezogen werden Klöster aus Südwestdeutschland, die in unterschiedlicher Weise in marginalen Landschaften liegen und bei denen sich Aussagen über die vorklosterzeitliche Besiedlung treffen lassen. Dabei wird gezeigt, dass Klöster vielfach in bereits genutztem Land gegründet wurden, das nur sehr bedingt als „Wildnis“ verstanden werden kann.
Dieser „Mythos Wildnis“ beruht neben dem spirituellen Ideal des Mittelalters vor allem auch auf einem kolonialistischen Konzept der Neuzeit. Landesausbau und auch die Rolle der Klöster sind hier neu zu denken. Die bisherige Sicht geht zu sehr – nicht zuletzt quellenbedingt – von einer tragenden Rolle von Institutionen, Herrschaften und Klöstern aus und übersieht die Rolle der ortsansässigen, in den Schriftquellen freilich selten sichtbaren Bevölkerung. Archäologische Funde legen nahe, dass von ihr die ersten Initiativen einer Besiedlung ausgingen, indem sie für ihre Subsistenzwirtschaft die Ressourcen der marginalen Landschaften erschlossen. Die Klöster sind als Teil einer organisatorischen Durchdringung zu sehen, mit der sich einzelne Herrschaften die Ressourcen dieser Regionen erschlossen und aneigneten. Dabei ist denkbar, dass der geringere Nutzungsdruck in den marginalen Landschaften wie auch flexiblere Besitzstrukturen es erleichterten, Klöster gerade dort zu etablieren.
GND Keywords: Kloster ; Gründung ; Landschaft
Keywords: Kloster, Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Landschaftsarchäologie, mittelalterliche Geschichte
DDC Classification: 943 History of Germany  
RVK Classification: NV 5150   
Peer Reviewed: Ja
International Distribution: Ja
Type: Contribution to an Articlecollection
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/44875
Year of publication: 5. February 2019

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Schreg2018Moenchese_A3b.pdf1.5 MBPDFView/Open