Lokale Erwärmung der Insulinjektionsstelle mithilfe des InsuPad kann postprandiale Blutzuckerspitzen reduzieren




Professorship/Faculty: Clinical Psychology and Psychotherapy  
Authors: Hermanns, Norbert ; Kulzer, Bernhard ; Krichbaum, Michael; Reimer, Andre; Haak, Thomas
Corporate Body: DDG 48. Jahrestagung, 08.-11. Mai 2013, Leipzig, Germany
Publisher Information: Bamberg : OPUS
Year of publication: 2017
Pages / Size: 1 pdf-Datei (1 S.)
Source/Other editions: Ursprünglich in: Diabetologie und Stoffwechsel : offizielles Organ der Deutschen Diabetes-Gesellschaft 8 (2013) Supplement 1, P184
Year of first publication: 2013
Language(s): German
Licence: German Act on Copyright 
DOI: 10.1055/s-0033-1341844
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus4-486713
Document Type: Other
Abstract: 
Fragestellung: Die blutzuckersenkende Wirkung von subkutan injiziertem kurzwirksamem Analoginsulin setzt im Vergleich zu physiologisch freigesetztem endogenem Insulin immer noch vergleichsweise spät ein. Daher können auch mit kurzwirksamem Analoginsulin postprandiale Blutzuckeranstiege nicht immer zuverlässig vermieden werden. Das InsuPad ist ein CE-zertifiziertes, nicht-invasives Medizinprodukt, das die Insulinresorption aus dem subkutanen Fettgewebe beschleunigt, indem es die Injektionsstelle lokal erwärmt. Bei jeder Insulininjektion wird die Hautoberfläche für 30 Minuten lokal auf 38,5 °C erwärmt. Diese randomisierte Crossover-Studie untersucht den Einfluss des InsuPad auf die postprandialen Blutzuckererhöhungen nach dem Frühstück und dem Abendessen.

Methode: Insulinresistente Diabetiker mit einer intensivierten Insulintherapie benutzten zum Frühstück und zum Abendessen für 4 Wochen das InsuPad bei der Injektion des Bolusinsulins. Gleichzeitig kontrollierten sie 5-mal täglich den Blutzucker (vor und nach dem Frühstück, vor dem Mittagessen sowie vor und nach dem Abendessen). In der zweiten Studienphase wurde das Schema der Blutzuckerselbsttestung beibehalten, nun jedoch ohne Nutzung des InsuPad. Die Reihenfolge der beiden Studienphasen war randomisiert.

Ergebnisse: An dieser Studie nahmen 16 Diabetespatienten teil (37,5% Typ 1); Alter: 52,0 ± 7,9J.; Diabetesdauer: 16,1 ± 7,4J.; HbA1c: 8,3 ± 0,9%; Bolusinsulindosis: 55,7 ± 22,7 IE; Gesamtinsulinbedarf: 0,97 ± 0,35 IE/kg). Die präprandialen Blutzuckerwerte in den beiden Studienphasen mit und ohne InsuPad (163,9 ± 33,8 mg/dl vs. 160,5 ± 28,9 mg/dl; p = 0,56) waren vergleichbar. Bei Benutzung des InsuPad stiegen die postprandialen Blutzuckerwerte um 2,1 ± 27,8 mg/dl an, bei Nichtbenutzung des InsuPad um 20,5 ± 21,6 mg/dl (p = 0,01). Die Anzahl valider prä- und postprandialer Blutzuckervergleiche war in den Phasen mit und ohne InsuPad vergleichbar (# BZSK pro Patient: 29,2 ± 12,6 vs. 29,1 ± 16,9; p = 0,97). Auch die Zeitdifferenz zwischen den prä- und postprandialen Blutzuckermessungen war in den Phasen mit und ohne InsuPad gut vergleichbar (105,4 ± 11,0 Min. vs. 107,1 ± 6,5 Min.; p = 0,32). Der mittlere Blutzucker in der Phase mit InsuPad war signifikant niedriger im Vergleich zur Phase ohne InsuPad (159,7 ± 62,4 mg/dl vs. 166,5 ± 65,1 mg/dl; p < 0,001). Die Anzahl hypoglykämischer (2,0 ± 1,6 vs. 2,1 ± 2,4 Glukosewerte < 70 mg/dl pro Woche: p = 0,76) oder hyperglykämischer Blutzuckerwerte (6,0 ± 6,2 vs. 6,7 ± 6,5 Glukosewerte > 240 mg/dl pro Woche: p = 0,39) unterschied sich zwischen beiden Phasen ebenfalls nicht bedeutsam.

Schlussfolgerung: Die lokale Erwärmung an der Injektionsstelle konnte postprandiale Blutzuckeranstiege signifikant reduzieren, während der Anteil hypo- oder hyperglykämischer Glukoseexkursionen in beiden Studienphasen vergleichbar war. Für insulinresistente Diabetiker könnte das InsuPad eine interessante zusätzliche Therapieoption darstellen.
Peer Reviewed: Ja
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/41604
Release Date: 17. January 2017

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