Effektivität eines systematischen Depressions-Screenings bei Diabetespatienten



Professorship/Faculty: Clinical Psychology and Psychotherapy  
Authors: Reimer, Andre; Schmitt, Andreas; Hermanns, Norbert ; Kulzer, Bernhard ; Haak, Thomas
Publisher Information: Bamberg : OPUS
Year of publication: 2017
Pages / Size: 1 pdf-Datei (1 S.)
Source/Other editions: Ursprünglich in: Diabetologie und Stoffwechsel : offizielles Organ der Deutschen Diabetes-Gesellschaft 9 (2014) Supplement 1, P88
Year of first publication: 2014
Language(s): German
Licence: German Act on Copyright 
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus4-483667
Document Type: Other
Abstract: 
Fragestellung: Die Komorbidität von Diabetes und Depression ist mit einer negativen Prognose assoziiert. Um die Erkennungsrate depressiver Diabetespatienten zu ermitteln, wurde in dieser Studie die Effektivität eines Depressionsscreenings auf der tertiären Versorgungsebene. (Krankenhaus) untersucht.

Methodik: Das Depressionsscreening wurde mit der „Allgemeinen Depressionsskala (ADS)“ und der „Problem Areas in Diabetes Scale (PAID)“ durchgeführt. Patienten mit positivem Screeningbefund (ADS-Wert ≥16 und/oder PAID-Wert ≥40) wurden mittels eines diagnostischen Interviews nachuntersucht.

Ergebnisse: 806 Patienten (Alter 49 ± 15, 55% männlich, 57% Typ-1-Diabetes, HbA1c 8,7 ± 1,6%) nahmen an der Untersuchung teil. 325 Patienten (40%) zeigten einen positiven Screeningbefund. Die Sensitivität des Depressionscreenings betrug 100%, die Spezifität 79%., der positive prädiktive Wert (ppW) 61,5%, der negative prädiktive Wert (npW) 100%. Von den identifizierten depressiven Patienten waren 120 bereits diagnostiziert, 80 wurden neu entdeckt. Die Sensitivität des Screenings für die Entdeckung bisher nicht erkannter Personen mit Depression ergab ebenfalls eine Sensitivität von 100%, eine Spezifität von 79,4% bei einem ppW von 39% und einem npW von 100%. Neuidentifizierte depressive Diabetiker wiesen eine annähernd ähnliche schlechte glykämische Kontrolle auf, wie bereits bekannte depressive Diabetiker 8,9 ± 1,4 vs. 8,9 ± 1,6 (p = 0,807).

Schlussfolgerungen: Es zeigte sich eine hohe Depressionsprävalenz (24,8%). Das Depressionsscreenings wies sehr gute Screeningeigenschaften auf. Aufgrund des Depressionsscreenings konnten auch bisher unentdeckte depressive Patienten mit ausreichender Sensitivität und Spezifität identifiziert werden, welche eine unzureichende glykämische Kontrolle aufwiesen. Die große Zahl entdeckter wie unterentdeckter Menschen mit Diabetes und einer komorbiden Depression sprechen für ein routinemäßiges Depressionsscreening im Krankenhaus.
Peer Reviewed: Ja
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/41425
Release Date: 13. December 2016

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