Entwicklung und erste Evaluation eines Fragebogens zur Erfassung von Abwehr/Vermeidung versus Akzeptanz/Integration des Diabetes: „Denial versus Integration of Diabetes Scale (DIDS)“




Professorship/Faculty: Clinical Psychology and Psychotherapy  
Authors: Schmitt, Andreas; Reimer, Andre; Ehrmann, Dominic; Kulzer, Bernhard ; Haak, Thomas; Hermanns, Norbert
Corporate Body: 50. Diabetes Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft, 13. - 16. Mai 2015, Berlin
Publisher Information: Bamberg : OPUS
Year of publication: 2016
Pages / Size: 1 pdf-Datei (1 S.)
Source/Other editions: Ursprünglich in: Diabetologie und Stoffwechsel 10 (2015) Supplement 1, P137
Year of first publication: 2015
Language(s): German
Licence: German Act on Copyright 
DOI: 10.1055/s-0035-1549643
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus4-471161
Document Type: Other
Abstract: 
ragestellung: Ungenügende Diabetes-Akzeptanz ist assoziiert mit nonadhärenter Selbstbehandlung und Hyperglykämie. Allerdings existierte bislang nur ein Messinstrument, welches zudem das Konstrukt unvollständig erfasst. Für differenziertere Messungen wurde die DIDS entwickelt, deren Entwicklung und erste Evaluation hier beschrieben wird.

Methodik: 56 Items bezüglich Abwehr/Vermeidung („Ich schiebe den Diabetes oft beiseite“; 29 Items) versus Akzeptanz/Integration („Der Diabetes gehört zu mir“; 27 Items) und eine vierstufige Likert-Antwortskala (0-„trifft nicht zu“ bis 3-„trifft voll zu“) wurden entwickelt. In einer Pilotstudie mit 222 Diabetespatienten (49 ± 16 Jahre; 49% weiblich; 64% Typ-1-Diabetes; HbA1c: 8,5 ± 1,7%) wurden suboptimale Items ausgeschlossen und die Skala finalisiert.

Ergebnisse: 28 Items wurden ausgeschlossen. Eine Faktorenanalyse ergab vier Faktoren („Akzeptanz/Integration“ (7 Items/α= 0,93), „Behandlungsmotivation“ (7 Items/α= 0,93), „Abwehr/Vermeidung“ (7 Items/α= 0,91), „Emotionales Leiden“ (7 Items/α= 0,92)) mit 71% Varianzaufklärung. Die Summenskala zeigte hohe Reliabilität (α= 0,97). Höhere DIDS-Summenwerte (bessere Akzeptanz/Integration) korrelierten mit männlichem Geschlecht (r= 0,13, p< 0,05), Lebensalter (r= 0,29, p< 0,001), Diabetesdauer (r= 0,15, p< 0,05) und HbA1c-Wert (r=-0,20, p< 0,01), jedoch nicht Diabetestyp (p= 0,74) oder Folgekrankheiten (alle p≥0,11). Patienten mit unterdurchschnittlichen DIDS-Werten (T-Standardwerte< 40; mehr Abwehr/Vermeidung) zeigten häufiger die ICD-F54-Diagnose „Diabetes-Akzeptanzprobleme“ (29% vs. 9%, p< 0,01), mehr Depressionsdiagnosen (38% vs. 14%, p< 0,001) und schlechtere HbA1c-Werte (9,0 ± 1,9 vs. 8,3 ± 1,6%, p< 0,05).

Schlussfolgerungen: Die Studie zeigt erste Evidenz für Reliabilität und Validität der Erfassung von Abwehr/Vermeidung versus Akzeptanz/Integration des Diabetes mit der DIDS. Daten zur Erweiterung dieser Evidenz werden gesammelt.

Unterstützt vom „Kompetenznetz Diabetes mellitus“ (FKZ01GI1107).
Peer Reviewed: Ja
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/40733
Release Date: 5. July 2016

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