Ärztliches Inanspruchnahmeverhalten bei Personen mit nicht-kardialem Brustschmerz




Professorship/Faculty: Lehrstuhl für Klinische Psychologie/Psychotherapie ; Professur für Pathopsychologie 
Author(s): Schroeder, Stefanie; Nowy, Kerstin; Martin, Alexandra
Pages / Size: 1 pdf-Datei (1 S.)
Language(s): German
Corporate Body: Symposium Klinische Psychologie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, 32, 2014, Braunschweig.
Publisher Information: Bamberg : OPUS
Year of publication: 2016
Year of first publication: 2014
Abstract: 
Theoretischer Hintergrund
Brustschmerzen ohne kardiopathologisches Korrelat (nichtkardiale
Brustschmerzen) kommen in der medizinischen
Versorgung häufig vor und gehen mit einer regen ärztlichen
Inanspruchnahme zur Rückversicherung einher.
Als Prädiktoren dieses Inanspruchnahmeverhaltens haben sich
vor allem Brustschmerzcharakteristika gezeigt.
Faktoren der subjektiven Bewertungen der erlebten
Beschwerden könnten einen zusätzlichen Erklärungsfaktor
darstellen, sind jedoch weitestgehend unerforscht.
Methode
283 Personen mit nicht-kardialem Brustschmerz wurden vor
der kardiologisch-diagnostischen Abklärung ihrer Brustschmerzen
befragt hinsichtlich
• Schmerzcharakteristika (Deutscher Schmerzfragebogen)
• Angstsensitivität (Anxiety Sensitivity Index-3)
• subjektiven Krankheitsrepräsentationen (Illness Perceptions
Questionnaire-Brief)
• Inanspruchnahme von 16 Fachärzten (letzte 12 Monate)
Ergebnisse
1. Beschreibung des Inanspruchnahmeverhaltens
• 85,7% (N = 251) der Personen mit nicht-kardialem Brustschmerz
nahmen mindestens einen Facharzt mindestens
einmal in Anspruch. Dies betraf bezüglich
• Somatische Fachärzte 249 Personen,
• Mental Health 31 Personen und
• Alternativmediziner 16 Personen.
• 6,3 ± 13,2 Arztbesuche fanden insgesamt statt und betrafen
vor allem den Bereich Mental Health (9,9 ± 28,8) sowie
somatische Fachärzte (3,9 ± 3,8), gefolgt von
Alternativmedizinern (2,5 ± 1,8).
2. Prädiktoren des Inanspruchnahmeverhaltens
• Inanspruchnahme korrelierte bivariat signifikant mit
Angstsensitivität (r = 0,14), Krankheitskonzepten (r = 0,13)
und Gesundheitssorge (r = 0,10).
• Neben Schmerzcharakteristika erwies sich zusätzlich auch
eine höhere Angstsensitivität als signifikanter Prädiktor.
• Weitere Faktoren der Beschwerdebewertung leisteten jedoch
keine weitere Vorhersage des Inanspruchnahmeverhaltens.
Diskussion
Entsprechend Vorbefunden zeigten sich vor allem Brustschmerzcharakteristika
als signifikante Prädiktoren ärztlichen
Inanspruchnahmeverhaltens. Mit Angstsensitivität erwies sich
auch ein psychologischer Faktor als zusätzlich relevant.
Dennoch erklärt das geprüfte Modell nur einen kleinen Teil der
Varianz des Inanspruchnahmeverhaltens von Personen mit
nicht-kardialem Brustschmerz. Weitere Faktoren scheinen hier
relevant zu sein.
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus4-462898
Document Type: Conferenceobject
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/40212
Release date: 23. February 2016

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