Kulturelle Identität und religiöser Pluralismus bei Ḥusayn Aḥmad Amīn



Professorship/Faculty: Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften: Abschlussarbeiten 
Author(s): Schellenberg, Frank
Alternative Title: Cultural Identity and Religious Pluralism in the Works of Ḥusayn Aḥmad Amīn
Publisher Information: Bamberg : University of Bamberg Press
Year of publication: 2012
Pages / Size: 144 S.
ISBN: 978-3-86309-074-6
978-3-86309-075-3
Series ; Volume: Bamberger Orientstudien  ; 3
Language(s): German
Remark: 
Teilw. zugl.: Bamberg, Univ., Magisterarb., 2011
Link to order the print version: http://www.uni-bamberg.de/ubp/
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus-4134
Document Type: Masterthesis
Abstract: 
Die Arbeit analysiert das Werk des bekannten ägyptischen Diplomaten und Publizisten Ḥusayn Aḥmad Amīn unter besonderer Berücksichtigung seiner Positionierung innerhalb zeitgenössischer Identitätsdiskurse in der arabischen Welt. Ausgangspunkt ist ein Zitat des Politikwissenschaftlers Thomas Meyers, welches Identitätspolitik mit dem „Kampfes gegen Pluralismus und Demokratie“ in Verbindung bringt und das Wissen, dass Amīn einerseits als liberaler und säkularistischer Denker gilt, andererseits jedoch häufig mit Forderungen nach einer Stärkung „islamischer Identität“ assoziiert wird. Auf Basis einer breiten Beschäftigung mit seinem Überzeugungssystem werden die identitäts­politischen Forderungen Amīns untersucht und in vorsichtiger Abgrenzung von islamischen und westlichen Diskursen dargestellt. Die erwähnte These Meyers wird zum Anlass genom­men, Amīns Anschauungen darüber, wie sich islamische Identität im Verhältnis zu kultureller und religiöser Alterität konstituiert, in den Blick zu nehmen Dabei wird gezeigt, dass die Identität, welche Amīn zu restaurieren sucht, zwar vorgeblich islamischen Charakter hat, der Islam jedoch keinen universalistischen Anspruch begründet, sondern als abstraktes und wandelbares Wertesystem und verbindende Komponente seines Konfessions- und Sprachbarrieren überwindenden Identitätsmodells dienen soll. Die inhalt­liche Flexibilität korreliert mit dem weitgehend integrativen Charakter der Gruppensetzung. Das Identitätsmodell Amīns zeigt also keine Affinität zu moderne- oder pluralismusfeindlichen Tendenzen, sondern affirmiert liberale und säkulare Positionen, die stark vom westlich-bürgerlichen Denken der Gegenwart geprägt sind und die islamistische Ideologie zum zen­tralen Antagonisten seines Überzeugungssystems bestimmen. Dennoch eignen sich die Ergebnisse nicht zur Widerlegung der These Meyers, da sich nicht wenige Leerstellen und Inkonsistenzen im Werk Amīns finden lassen. Vieles spricht dafür, das Misstrauen gegenüber Identitätspolitik beizubehalten, jedoch eine stärkere Ausdifferenzier­ung der Kategorie zu forcieren. Das Beispiel Amīns macht deutlich, dass divergierende Positionierungen beispielsweise zu Moderne, Rationalität oder Inklusivität an verschiedensten Stellen auch innerhalb des Identitätsdiskurses möglich sind.

The book analyses the work of the famous Egyptian diplomat and publisher Ḥusayn Aḥmad Amīn with special emphasis on his stand within contemporary debates about identity in the Arab world. Starting with a healthy suspicion towards politics of cultural or religious identity in general the author demonstrates that the model of Islamic identity propagated by Amīn nevertheless is not connected with anti-modern or anti-pluralist inclinations, but is mainly of inclusive character and affirms liberal and secular positions.
SWD Keywords: Ägypten
Amin, Husain Ahmad ; Islam ; Religiöse Identität ; Kulturelle Identität ; Online-Publikation
Keywords: Identitätsdiskurs , Reformislam , Religionsfreiheit, Ägypten, Identitätsdiskurs, Reformislam, Religionsfreiheit
DDC Classification: 290 Other religions 
890 Other literatures 
RVK Classification: EH 5400   EN 3599   
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/396
Release Date: 20. April 2012

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