Georg Lemberger - Ein Künstler der Reformationszeit - Leben und Werk




Professorship/Faculty: Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften: Abschlussarbeiten 
Author(s): Reindl, Isabel
Alternative Title: Georg Lemberger – Life and work of a German artist during the Protestant Reformation
Volume Number/Title: 1. Text || 2. Katalog
Publisher Information: Bamberg : opus
Year of publication: 2010
Pages / Size: 383 S. : Ill. + 369 S. : Ill.
Supervisor(s): Büttner, F. O.
Language(s): German
Remark: 
Bamberg, Univ., Diss., 2006
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus-2538
Document Type: Doctoralthesis
Abstract: 
Georg Lemberger (*1495-1500/Landshut, † ca.1540/Magdeburg?) ist allgemein, aber auch dem kunstgeschichtlichen Fachpublikum bis heute eher unbekannt. Das mag daran liegen, dass der Künstler weniger als Maler - als der er wiederholt aktenkundig wurde - sondern vielmehr als Reißer und Schneider für den illustrierenden Buchholzschnitt nachweisbar ist. So steht wenigen bekannten Tafelbildern und Zeichnungen von seiner Hand ein höchst umfangreiches druckgraphisches Werk gegenüber. Vor allem die Tafelbilder, aber auch die Zeichnungen und Holzschnitte zeugen von Lembergers Können und innovativer Schöpfungskraft. So entwickelte er auf althergebrachten Themen und Bildschemata aufbauend ganz neue Bildprogramme und –inhalte, was wohl in erster Linie mit den seinerzeit brandaktuellen Ideen und Glaubensgrundsätzen Martin Luthers zu tun hatte. Mit diesen sah sich der Künstler spätestens seit der Verlagerung seines Lebens- und Arbeitsmittelpunktes nach Leipzig in den 1520er Jahren direkt konfrontiert. Als Anhänger der lutherischen Lehre persönlich in die ursächlich von Mitteldeutschland ausgehenden glaubenspolitischen Auseinandersetzungen involviert und letztlich durch Herzog Georg den Bärtigen aus Leipzig verbannt, mag es nicht verwundern, dass Lemberger wohl zeitlebens versuchte, eine speziell reformatorische Bildsprache zu entwickeln. Neben ikonographischen Neuerungen , welche ihrer inhaltlichen Komplexität wegen nur zum Teil – wenn, dann aber erhebliche – künstlerische Nachfolge fanden, kommt Lemberger vor allem auch eine Vermittlerrolle bzgl. süddeutschem Formengutes zu. So brachte er als Verwandter Hans Leinbergers und Schüler Albrecht Altdorfers den „expressiven“ Stil und die Naturauffassung der sogenannten Donauschule im mitteldeutschen Raum zur vollen Entfaltung. Sowohl stilistisch als auch motivisch beeinflusste Lemberger denn auch diverse andere gefragte Meister des Buchholzschnitts, wie etwa die Monogrammisten HB (Hans Brosamer?), AW, CS oder auch den in Schwerin tätigen Bruder seines einstigen Lehrmeisters, Erhard Altdorfer. Wenn Hans Leinberger und Albrecht Altdorfer allgemein als stilbildende Hauptvertreter der sogenannten Donauschule im Bereich der Plastik und Malerei gelten, so darf Lemberger getrost als ebensolcher für den Holzschnitt bezeichnet werden. Bei eingehender Beschäftigung mit der Materie ist sein „grenzüberschreitender“ Einfluss über die bisweilen noch heute vehement gezogene (süd-)bayerische Landesgrenze hinaus höchst bemerkenswert und noch viel zu wenig gewürdigt. Die vorliegende Studie beschäftigt sich nach Ludwig Grotes Dissertation der 1930er Jahre erstmals in ausführlicher Form mit dem Leben und Werk dieses in Vergessenheit geratenen Zeitgenossen Lucas Cranachs. Es war das Anliegen, die bisherigen Einzelerkenntnisse verschiedener Forschungsbeiträge umfassend zusammenzuführen und unter Heranziehung der überkommenen archivalischen Quellen vertieft zu betrachten. Zugleich wird das Werk erheblich ergänzt und durch ausstehende ikonographische und stilistische Analysen neu bewertet. Von grundlegender Bedeutung für die Forschung ist darüber hinaus der umfangreiche Gesamtkatalog mit Abbildungen, welcher es erstmals ermöglicht, einen umfassenden Überblick über das künstlerische Schaffen Georg Lembergers zu erhalten.

Georg Lemberger (*1495-1500/Landshut, † ca.1540/Magdeburg?) is one of the lesser known artists of his time. This might be due to the fact that his work as engraver of book illustrations is better documented than his work as a painter. Only few paintings and drawings by him survive, whilst a remarkable œuvre of prints can be identified. Lemberger’s mastership and innovative creativity are evident in his paintings as well as in his drawings and woodcuts. He developed new protestant subjects and compositions that leave traditional Christian iconography behind, certainly based upon Martin Luther’s teachings. Luther and protestant reformation became relevant for Lemberger’s work at the latest after he moved to Leipzig in the 1520s. A follower of Lutherism, he became involved into the religious fights of the time, and was eventually exiled from Leipzig. Personal experience and belief might therefore have been the reasons for Lemberger’s continued search for a distinct pictorial language and iconography as adequate visual expression of the ideas of protestant reformation. In addition to pictorial innovation, Lemberger also has to be credited with the transfer of stylistic elements of the Danube School or Donauschule to Central Germany. A relative of the sculptor Hans Leinberger and pupil of Albrecht Altdorfer, he introduced its so-called “expressive style” to these regions. Lemberger’s complex iconographical innovations did not find major succession, but the known examples of influence show a very close kinship to Lemberger’s original compositions. Lemberger influenced several important masters of woodcut book illustrations, e.g. monogramists HB (poss. Hans Brosamer), AW, CS or Erhard Altdorfer, the brother of Lemberger’s master. If Hans Leinberger and Albrecht Altdorfer are generally considered the leading sculptor and painter of the Danube School, this thesis concludes that Leinberger is of equal importance for the category of woodcuts. The close analysis of his work reveals a surprisingly far-reaching influence, beyond the borders of Bavaria, that has so far not received enough attention. This thesis explores the life and work of this forgotten master for the first time since Ludwig Grote’s thesis in the 1930s. Based upon previous research, Reindl sets out to provide a new close reading of Lemberger’s œuvre in its entirety, taking into account archival research to shed light on the biography of the artist. New detailed analysis of iconography and composition complements an illustrated catalogue, which for the first time allows the reader to gain a full understanding of the significance of Georg Lemberger’s work.
SWD Keywords: Lemberger, Georg; Online-Publikation
Lemberger, Georg ; Online-Publikation
Keywords: Crispinusmeister, Landshut, Leipzig, Magdeburg, Wittenberg, Reformation, Konfessionalisierung, Kunst, Renaissance, Gotik, Donauschule, Bibelausgabe, Danube School, Reformation Period, Woodcut, Bible, Iconography, Altdorfer, Erhard, Altdorfer, Albrecht, Leinberger, Hans, Lemberger, Georg, Crispinusmeister, Landshut, Leipzig, Magdeburg, Wittenberg, Reformation, Konfessionalisierung, Kunst, Renaissance, Gotik, Donauschule, Bibelausgabe, Danube School, Reformation Period, Woodcut, Bible, Iconography, Altdorfer, Erhard, Altdorfer, Albrecht, Leinberger, Hans, Lemberger, Georg
DDC Classification: 700 Arts, general visual arts 
RVK Classification: LI 99999   
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/252
Release Date: 19. April 2012

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