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Diversität und Partizipation in digitalen Lehr- und Lernkulturen : Ressourcenwahrnehmung und -aktivierung im Kontext akademischer Professionalisierung am Lernort Hochschule
Lowitzki, Isabell; Schreiber-Barsch, Silke; Curdt, Wiebke (2023): Diversität und Partizipation in digitalen Lehr- und Lernkulturen : Ressourcenwahrnehmung und -aktivierung im Kontext akademischer Professionalisierung am Lernort Hochschule, in: Bamberg: Otto-Friedrich-Universität, S. 1, doi: 10.20378/irb-92351.
Conference:
DivDig-Tagung ; Bamberg
Publisher Information:
Year of publication:
2023
Pages:
Language:
German
DOI:
Abstract:
Der D21-Digital-Index 2022/2023 (2023) zeigt auf, dass lebensbegleitendes Lernen weiterhin von hoher Bedeutung sein wird, um mit der stetigen (digitalen) Transformation der Arbeitswelt Schritt halten zu können. Insbesondere technologie- und digitalisierungsbezogene Kompetenzen werden dabei in einem stärkeren Ausmaß als jemals zuvor gefordert sein (D21- Digital-Index 2023, S. 46f.). Dies impliziert nachhaltige Auswirkungen auf die Gestaltung der akademischen Professionalisierung am Lernort Hochschule. Angesichts der wachsenden didaktischen Anforderungen, die u.a. mit einer zunehmenden Berücksichtigung der Diversität der Studierenden und der vermehrten Nutzung digitaler sowie hybrider Lehr-/Lernsettings einhergehen, sind zusätzliche Qualifizierungsbedarfe für das pädagogische Personal im Bereich der Medienkompetenz erforderlich (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2022, S. 15). Dem gegenüber stehen weitere Forschungsbefunde, die auf die fehlenden verbindlichen Standards medienpädagogischer Inhalte in den einschlägigen Studiengängen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung (Rohs 2019; Meister 2017) und einem eher niedrigen Professionalisierungsgrad des lehrenden Personals in der der Erwachsenen- und Weiterbildung (Martin et al. 2017, S.117) verweisen.
Der Beitrag greift die Leerstelle(n) einer (medienpädagogischen) Professionalisierung für eine diversitätssensible und inklusive Medienbildung (Kamin & Meister 2019) am Lernort Hochschule auf und präsentiert erste Ergebnisse aus der Konzeptionierung und Durchführung einer zweisemestrigen Forschungswerkstatt an der Universität Duisburg-Essen mit Studierenden des Masterstudiengangs Erwachsenenbildung/Weiterbildung (2022/23). Die Forschungswerkstatt ist Teil eines partizipativ und qualitativ angelegten Forschungsprojektes zum Thema „Diversität und Partizipation im digitalen Lernen“ (Teilprojekt im Verbundprojekt DigiTaKS* – Digitale Schlüsselkompetenzen für Studium und Beruf https://www.hsu-hh.de/wb/digitaks). Die inhaltlichen Schwerpunkte der Forschungswerkstatt richteten sich auf interdisziplinäre Fragestellungen zur Diversity-, Partizipations- und Digitalisierungsforschung aus erwachsenenbildungswissenschaftlicher Perspektive. Im Sinne des forschenden Lernens (Huber & Reinmann 2019) führten die Studierenden eigenständige qualitative Forschungsprojekte zu den genannten Forschungsfeldern durch und erstellten OER- Materialen unter der Vorgabe einer möglichst digitalen Barrierefreiheit.
Die Befunde des Forschungsprojektes zeigen zum einen, inwiefern Studierende ihre individuellen Ressourcen zum Erwerb, Entfaltung und Anwendung digitaler Kompetenzen aus
je subjektiv sinnhaften Gründen am Lernort Hochschule (nicht) wahrnehmen bzw. (nicht) aktivieren. Zum anderen, wie Studierende in der subjektiven Einschätzung und Wahrnehmung ihrer Ressourcen pädagogisch und partizipativ unterstützt werden können, damit die Ressourcen für Studium und Beruf handlungsrelevant werden (können). Leitend hierfür sind die Ausführungen von Egetenmeyer & Schüßler (2012), wonach im Zentrum der akademischen Professionalisierung die Entwicklung wissenschaftlicher begründeter Interpretations- und Deutungskompetenz steht (Egetenmeyer & Schüßler 2012, S. 12). Als theoretische Bezüge nutzen wir u.a. Arbeiten zum Verständnis und der Integration von Diversität im Kontext Hochschule (Walgenbach 2017; Gaisch & Aichinger 2016; Linde & Auferkorte-Michaelis 2021) sowie zu Ressourcen von lernenden Subjekten (Schubert & Knecht 2015; Nohl 2011) aus dem Blickwinkel subjektwissenschaftlicher Lerntheorie (Holzkamp 1995). Ziel des Beitrages ist es, verschiedene Zugänge für eine Förderung diversitätssensibler hochschulischer Lehr- und Lernpraxis zu präsentieren und kritisch im Hinblick auf die ein- gesetzten Methoden, die reflexive Praxis der Studierenden und den verwendeten digitalen Medien zu diskutieren.
Literaturverzeichnis:
Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2022). Bildung in Deutschland 2022: Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zum Bildungspersonal.
https://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2022/pdf-dateien-2022/bildungsbericht-2022.pdf
Dobischat, R., Elias, A. & Rosendahl, A. (2017). Das Personal in der Weiterbildung: Im Spannungsfeld von Professionsanspruch und Beschäftigungsrealität. Springer-Verlag.
Egetenmeyer, R. & Schüßler, I. (2012). Akademische Professionalisierung in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung. Schneider Hohengehren.
Gaisch, M. & Aichinger, R. (2016). Das Diversity Wheel der FH OÖ: Wie die Umsetzung einer ganzheitlichen Diversitätskultur an der Fachhochschule gelingen kann. Tagungsband des 10. Forschungsforum der österreichischen Fachhochschulen, Wien, Österreich, 2016
Holzkamp, K. (1995). Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Frankfurt & New York: Campus.
Huber, L. & Reinmann, G. (2019). Vom forschungsnahen zum forschenden Lernen an Hochschulen: Wege der Bildung durch Wissenschaft. Springer VS.
Kamin, A-M. & Meister, D. (2019). Professionalisierung in der Erwachsenenbildung. In: Ingo Bosse; Jan-René Schluchter & Isabel Zorn (Hrsg.), Handbuch Inklusion und Medienbildung. Weinheim: Beltz Verlagsgruppe, S. 332-339.
Initiative D21 (2023). D21-Digital-Index 2022/2023 (o. D.-b). Abgerufen von https://initiatived21.de/d21index22-23/
Linde, F. & Auferkorte-Michaelis, N. (2021). Diversität in der Hochschullehre - Didaktik für den Lehralltag. Verlag Barbara Budrich.
Meister, D. (2017). Medienpädagogik: Herausforderungen der Digitalisierung. In Kulturelle Bildung digital - Vermittlungsformen, ästhetische Praxis und Aus- und Weiterbildung, Dossier 6.
Nohl, A-M. (2011). Ressourcen von Bildung. Empirische Rekonstruktionen zum biographisch situierten Hintergrund transformativer Lernprozesse. In: Zeitschrift für Pädagogik 57(6), 911-927.
Rohs, M. (2019): Medienpädagogische Professionalisierung des Weiterbildungspersonals. In: Haberzeth, Erik / Sgier, Irina (Hg.): Digitalisierung und Lernen. Gestaltungsperspektiven für das professionelle Handeln in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung. Bern: hep verlag, S. 119-136.
Schubert, F-C. / Knecht, A. (2015). Ressourcen – Merkmale, Theorien und Konzeptionen im Überblick: eine Übersicht über Ressourcenansätze in Soziologie, Psychologie und Sozialpolitik. Arbeitspapier. DOI: 10.13140/ RG.2.2.30527.71849
Walgenbach, K. (2017). Heterogenität - Intersektionalität - Diversity in der Erziehungswissenschaft. UTB.
Der Beitrag greift die Leerstelle(n) einer (medienpädagogischen) Professionalisierung für eine diversitätssensible und inklusive Medienbildung (Kamin & Meister 2019) am Lernort Hochschule auf und präsentiert erste Ergebnisse aus der Konzeptionierung und Durchführung einer zweisemestrigen Forschungswerkstatt an der Universität Duisburg-Essen mit Studierenden des Masterstudiengangs Erwachsenenbildung/Weiterbildung (2022/23). Die Forschungswerkstatt ist Teil eines partizipativ und qualitativ angelegten Forschungsprojektes zum Thema „Diversität und Partizipation im digitalen Lernen“ (Teilprojekt im Verbundprojekt DigiTaKS* – Digitale Schlüsselkompetenzen für Studium und Beruf https://www.hsu-hh.de/wb/digitaks). Die inhaltlichen Schwerpunkte der Forschungswerkstatt richteten sich auf interdisziplinäre Fragestellungen zur Diversity-, Partizipations- und Digitalisierungsforschung aus erwachsenenbildungswissenschaftlicher Perspektive. Im Sinne des forschenden Lernens (Huber & Reinmann 2019) führten die Studierenden eigenständige qualitative Forschungsprojekte zu den genannten Forschungsfeldern durch und erstellten OER- Materialen unter der Vorgabe einer möglichst digitalen Barrierefreiheit.
Die Befunde des Forschungsprojektes zeigen zum einen, inwiefern Studierende ihre individuellen Ressourcen zum Erwerb, Entfaltung und Anwendung digitaler Kompetenzen aus
je subjektiv sinnhaften Gründen am Lernort Hochschule (nicht) wahrnehmen bzw. (nicht) aktivieren. Zum anderen, wie Studierende in der subjektiven Einschätzung und Wahrnehmung ihrer Ressourcen pädagogisch und partizipativ unterstützt werden können, damit die Ressourcen für Studium und Beruf handlungsrelevant werden (können). Leitend hierfür sind die Ausführungen von Egetenmeyer & Schüßler (2012), wonach im Zentrum der akademischen Professionalisierung die Entwicklung wissenschaftlicher begründeter Interpretations- und Deutungskompetenz steht (Egetenmeyer & Schüßler 2012, S. 12). Als theoretische Bezüge nutzen wir u.a. Arbeiten zum Verständnis und der Integration von Diversität im Kontext Hochschule (Walgenbach 2017; Gaisch & Aichinger 2016; Linde & Auferkorte-Michaelis 2021) sowie zu Ressourcen von lernenden Subjekten (Schubert & Knecht 2015; Nohl 2011) aus dem Blickwinkel subjektwissenschaftlicher Lerntheorie (Holzkamp 1995). Ziel des Beitrages ist es, verschiedene Zugänge für eine Förderung diversitätssensibler hochschulischer Lehr- und Lernpraxis zu präsentieren und kritisch im Hinblick auf die ein- gesetzten Methoden, die reflexive Praxis der Studierenden und den verwendeten digitalen Medien zu diskutieren.
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Walgenbach, K. (2017). Heterogenität - Intersektionalität - Diversity in der Erziehungswissenschaft. UTB.
GND Keywords: ; ;
Hochschule
Vielfalt
Teilhabe
Keywords: ; ; ; ; ;
akademische Professionalisierung
Hochschule
Ressourcen
digitale Lehr- und Lernkulturen
Diversität
Partizipation
DDC Classification:
RVK Classification:
Type:
Conferenceobject
Activation date:
January 11, 2024
Project(s):
Permalink
https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/92351