Options
Schrift, Sprache und geringe Literalität : Eine Untersuchung kognitiver und neuronaler Prozesse der Schriftsprachverarbeitung
Arendt, Denise (2026): Schrift, Sprache und geringe Literalität : Eine Untersuchung kognitiver und neuronaler Prozesse der Schriftsprachverarbeitung, Bamberg: Otto-Friedrich-Universität, doi: 10.20378/irb-116607.
Author:
Publisher Information:
Year of publication:
2026
Pages:
Supervisor:
Language:
German
Remark:
Dissertation, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2026
DOI:
Abstract:
Trotz Schulpflicht gelten in Deutschland rund 6.2 Millionen Menschen als gering literalisiert, wobei die Ursachen vielfältig sind. Befunde legen nahe, dass Beeinträchtigungen von kognitiven Vorläuferfähigkeiten des Lesens eine zentrale Rolle spielen. Ähnliche Defizite sind bei der Lese- und Rechtschreibstörung (LRS) bekannt und werden daher als möglicher Erklärungsansatz für geringe Literalität diskutiert. Auf neuronaler Ebene erfolgt die Sprachverarbeitung frühzeitig und lässt sich mithilfe ereigniskorrelierter Potenziale (EKPs) untersuchen, wobei insbesondere die N170-Komponente als Indikator dient. Ziel dieser Dissertation ist es, die kognitiven und neuronalen Grundlagen der Sprachverarbeitung zu untersuchen. Im Zentrum steht die Frage, wie das kognitive Profil gering literalisierter Erwachsener beschrieben werden kann, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur LRS bestehen und wie sich die Heterogenität der Gruppe gering Literalisierter charakterisieren lässt. Auf neuronaler Ebene wird die Sprachverarbeitung anhand der N170-Komponente untersucht und geprüft, inwieweit ein Wiederholungssuppressionseffekt für deutsche Wörter nachweisbar ist. In einer ersten Erhebung wurden gering literalisierte Personen, Personen mit diagnostizierter LRS sowie eine normgerecht lesende Kontrollgruppe hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten untersucht und mithilfe unterschiedlicher Analyseansätze miteinander verglichen. In einer zweiten Untersuchung wurde eine Gruppe junger Erwachsener während einer Wort-Gesicht-Wiederholungsaufgabe mittels EEG mit Fokus auf die N170-Komponente analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass gering Literalisierte ähnliche Beeinträchtigungen in kognitiven Vorläuferfähigkeiten des Lesens aufweisen, wie Personen mit LRS und Unterschiede vor allem zwischen gering Literalisierten mit deutscher sowie anderer Erstsprache bestehen. Die Gruppe gering Literalisierter erweist sich zudem als heterogen. Auf neuronaler Ebene lässt sich ein Wiederholungssuppressionseffekt für Gesichter, nicht jedoch für deutsche Wörter beobach-ten. Die Studie liefert ein tieferes Verständnis für geringe Literalität bei Erwachsenen. Zukünftige Forschung sollte gering Literalisierte mit anderer Erstsprache als Deutsch einbeziehen und vielfältige sprachunabhängige Tests nutzen. Darüber hinaus tragen die Ergebnisse zum grundlegenden Verständnis der neuronalen Sprachverarbeitung bei. Zukünftige Forschung sollte den WS-Effekt unter Variation von Untersuchungsparametern und Stimuli weiter untersuchen und zusätzlich Personen mit Schriftsprachschwierigkeiten berücksichtigen.
GND Keywords: ; ;
Schreib- und Lesefähigkeit
Lesestörung
Dyslexie
Keywords: ; ; ; ; ; ; ;
Geringe Literalität
Lese- und Rechtschreibstörung (LRS)
N170
deutsche Wörter
Wiederholungssuppression
repetition suppression
EEG
Sprachverarbeitung
DDC Classification:
RVK Classification:
Type:
Doctoralthesis
Activation date:
August 10, 2026
Permalink
https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/116607