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Chancen und Grenzen einer psychologischen mHealth-Intervention zur Veränderung dysfunktionalen Essverhaltens bei Personen mit Übergewicht und Adipositas
Färber, Tanja (2026): Chancen und Grenzen einer psychologischen mHealth-Intervention zur Veränderung dysfunktionalen Essverhaltens bei Personen mit Übergewicht und Adipositas, Bamberg: Otto-Friedrich-Universität, doi: 10.20378/irb-117149.
Author:
Alternative Title:
Opportunities and limitations of a psychological mHealth intervention for modifying dysfunctional eating behavior in individuals with overweight and obesity
Publisher Information:
Year of publication:
2026
Pages:
Supervisor:
Language:
German
Remark:
Kumulative Dissertation, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 2026
DOI:
Abstract:
Übergewicht und Adipositas gehen häufig mit körperlichen und psychischen Belastungen einher. Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas hat in den letzten Jahren stark zugenommen und auch für die nächsten Jahre wird ein weiterer Anstieg erwartet, was den dringenden Bedarf an wirksamen und nachhaltigen Interventionsstrategien unterstreicht. Ein zentraler Aspekt für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Übergewicht und Adipositas ist das Essverhalten, das in komplexer Weise sowohl durch externe Einflussfaktoren als auch internale psychologische Prozesse und Fähigkeiten beeinflusst wird.
Bestehende Interventionsprogramme zeigen häufig nur kurzfristige Effekte, was womöglich darauf zurückzuführen ist, dass zentrale psychologische Faktoren, wie beispielsweise Emotionsregulation oder besondere Kontextfaktoren, wie gewichtsbezogene Stigmatisierungserfahrungen nur unzureichend berücksichtigt werden oder die Maßnahmen unzureichend auf die betroffene Person zugeschnitten werden. Mobile Health (mHealth)-Interventionen bieten hier ein besonderes Potenzial, da sie niedrigschwellig, flexibel einsetzbar und durch technische Möglichkeiten auch individualisierbar sind.
Die vorliegende Dissertation nimmt an, dass eine nachhaltige Veränderung dysfunktionalen Essverhaltens nur durch die gezielte Bearbeitung zugrunde liegender psychologischer Prozesse möglich ist und damit auch die Grundlage für eine langfristige Stabilisierung des Körpergewichts schafft. Zur Prüfung dieser Annahme untersucht diese Arbeit die psychologische mHealth-Intervention I-GENDO bei Personen mit Übergewicht und Adipositas. Drei Studien beleuchten komplementäre Aspekte der zentralen Forschungsfrage, ob dysfunktionales Essverhalten durch eine psychologische mHealth-Intervention nachhaltig verändert werden kann.
Studie 1 untersucht in einer Stichprobe von n = 213 Personen mit Übergewicht und Adipositas (MBMI = 33,35, SDBMI = 3,79) sowie in einer Vergleichsstichprobe von n = 119 Personen mit Normalgewicht (MBMI = 22,08, SDBMI = 1,91) gewichtsbezogene Stigmatisierungserfahrungen, Selbststigmatisierung und Essverhalten. Die Ergebnisse zeigen, dass Stigmatisierung und Selbststigmatisierung in beiden Gruppen auftreten und mit dysfunktionalem Essverhalten assoziiert sind. Selbststigmatisierung vermittelt unabhängig vom BMI den Zusammenhang zwischen Stigmatisierungserfahrungen und emotionalem Essverhalten und erklärt bei Personen mit Normalgewicht zusätzlich die Beziehung zu einem womöglich vor einer Gewichtszunahme schützenden Essverhalten, dem restriktivem Essverhalten. Die Befunde verdeutlichen die Bedeutung psychosozialer Faktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung dysfunktionalen Essverhaltens.
Studie 2 beschreibt die Entwicklung und Gestaltung der I-GENDO-App sowie die individualisierte Zuweisung von Interventionsmodulen basierend auf psychologischen Ausgangsvariablen. Die Auswertung der Nutzungsdaten von N = 116 Personen mit Übergewicht und Adipositas (MBMI = 33,58, SDBMI = 3,79) zeigt eine Heterogenität in der Modulzuweisung und bestätigt den Bedarf einer individualisierten Zuordnung von Interventionsinhalten.
Studie 3 prüft die Wirksamkeit der I-GENDO-App zur Veränderung emotionalen, restriktiven und externalen Essverhaltens in einer randomisierten kontrollierten Studie mit N = 213 Personen mit Übergewicht und Adipositas (MBMI = 33,35, SDBMI = 3,79). Die Ergebnisse belegen signifikante und langfristig stabile Verbesserungen von restriktivem Essverhalten sowohl unmittelbar nach der 12-wöchigen Intervention als auch 9 Monate nach Interventionsbeginn. Für emotionales und externales Essverhalten zeigen sich hingegen gemischte Effekte. Dies deutet darauf hin, dass die Intervention spezifische kognitive Prozesse wirksam adressiert, während andere Prozesse, insbesondere jene, die emotionales Essverhalten beeinflussen, möglicherweise eine intensivere oder persönlich begleitete Intervention erfordern.
Die Studien verdeutlichen, dass psychosoziale Faktoren wie Stigmatisierung das Essverhalten wesentlich beeinflussen können und dass individualisierte mHealth-Interventionen an psychologischen Ausgangsbedingungen ansetzen und insbesondere restriktives Essverhalten nachhaltig verbessern können. Zur Veränderung emotionalen Essverhaltens können digitale Interventionen nicht oder nur als Ergänzung zu weiteren bestehenden Interventionsformen empfohlen werden. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse, dass eine alltagsnahe, psychologisch fundierte und individualisierte Intervention ein erhebliches Potenzial für nachhaltige Verhaltensänderungen bei Personen mit Übergewicht und Adipositas besitzt.
Bestehende Interventionsprogramme zeigen häufig nur kurzfristige Effekte, was womöglich darauf zurückzuführen ist, dass zentrale psychologische Faktoren, wie beispielsweise Emotionsregulation oder besondere Kontextfaktoren, wie gewichtsbezogene Stigmatisierungserfahrungen nur unzureichend berücksichtigt werden oder die Maßnahmen unzureichend auf die betroffene Person zugeschnitten werden. Mobile Health (mHealth)-Interventionen bieten hier ein besonderes Potenzial, da sie niedrigschwellig, flexibel einsetzbar und durch technische Möglichkeiten auch individualisierbar sind.
Die vorliegende Dissertation nimmt an, dass eine nachhaltige Veränderung dysfunktionalen Essverhaltens nur durch die gezielte Bearbeitung zugrunde liegender psychologischer Prozesse möglich ist und damit auch die Grundlage für eine langfristige Stabilisierung des Körpergewichts schafft. Zur Prüfung dieser Annahme untersucht diese Arbeit die psychologische mHealth-Intervention I-GENDO bei Personen mit Übergewicht und Adipositas. Drei Studien beleuchten komplementäre Aspekte der zentralen Forschungsfrage, ob dysfunktionales Essverhalten durch eine psychologische mHealth-Intervention nachhaltig verändert werden kann.
Studie 1 untersucht in einer Stichprobe von n = 213 Personen mit Übergewicht und Adipositas (MBMI = 33,35, SDBMI = 3,79) sowie in einer Vergleichsstichprobe von n = 119 Personen mit Normalgewicht (MBMI = 22,08, SDBMI = 1,91) gewichtsbezogene Stigmatisierungserfahrungen, Selbststigmatisierung und Essverhalten. Die Ergebnisse zeigen, dass Stigmatisierung und Selbststigmatisierung in beiden Gruppen auftreten und mit dysfunktionalem Essverhalten assoziiert sind. Selbststigmatisierung vermittelt unabhängig vom BMI den Zusammenhang zwischen Stigmatisierungserfahrungen und emotionalem Essverhalten und erklärt bei Personen mit Normalgewicht zusätzlich die Beziehung zu einem womöglich vor einer Gewichtszunahme schützenden Essverhalten, dem restriktivem Essverhalten. Die Befunde verdeutlichen die Bedeutung psychosozialer Faktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung dysfunktionalen Essverhaltens.
Studie 2 beschreibt die Entwicklung und Gestaltung der I-GENDO-App sowie die individualisierte Zuweisung von Interventionsmodulen basierend auf psychologischen Ausgangsvariablen. Die Auswertung der Nutzungsdaten von N = 116 Personen mit Übergewicht und Adipositas (MBMI = 33,58, SDBMI = 3,79) zeigt eine Heterogenität in der Modulzuweisung und bestätigt den Bedarf einer individualisierten Zuordnung von Interventionsinhalten.
Studie 3 prüft die Wirksamkeit der I-GENDO-App zur Veränderung emotionalen, restriktiven und externalen Essverhaltens in einer randomisierten kontrollierten Studie mit N = 213 Personen mit Übergewicht und Adipositas (MBMI = 33,35, SDBMI = 3,79). Die Ergebnisse belegen signifikante und langfristig stabile Verbesserungen von restriktivem Essverhalten sowohl unmittelbar nach der 12-wöchigen Intervention als auch 9 Monate nach Interventionsbeginn. Für emotionales und externales Essverhalten zeigen sich hingegen gemischte Effekte. Dies deutet darauf hin, dass die Intervention spezifische kognitive Prozesse wirksam adressiert, während andere Prozesse, insbesondere jene, die emotionales Essverhalten beeinflussen, möglicherweise eine intensivere oder persönlich begleitete Intervention erfordern.
Die Studien verdeutlichen, dass psychosoziale Faktoren wie Stigmatisierung das Essverhalten wesentlich beeinflussen können und dass individualisierte mHealth-Interventionen an psychologischen Ausgangsbedingungen ansetzen und insbesondere restriktives Essverhalten nachhaltig verbessern können. Zur Veränderung emotionalen Essverhaltens können digitale Interventionen nicht oder nur als Ergänzung zu weiteren bestehenden Interventionsformen empfohlen werden. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse, dass eine alltagsnahe, psychologisch fundierte und individualisierte Intervention ein erhebliches Potenzial für nachhaltige Verhaltensänderungen bei Personen mit Übergewicht und Adipositas besitzt.
GND Keywords: ; ;
Essstörung
Fettsucht
Gesundheitsfürsorge
Keywords: ; ; ;
Übergewicht
Adipositas
Essverhalten
mHealth
DDC Classification:
RVK Classification:
Type:
Doctoralthesis
Activation date:
September 16, 2026
Permalink
https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/117149