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Zum Einfluss der Frequenz deutscher Insertionen in russisch-deutscher bilingualer Rede auf ihre Verarbeitung: Eine psycholinguistische Untersuchung
Existing situation
Ongoing
Title
Zum Einfluss der Frequenz deutscher Insertionen in russisch-deutscher bilingualer Rede auf ihre Verarbeitung: Eine psycholinguistische Untersuchung
Project leader
Department
Etat
1912.04 €
Start date
October 1, 2025
End date
November 30, 2026
Category
Grundlagenforschung
Description
Zweisprachige Sprecher:innen können je nach Interaktionssituation zwischen ihren Sprachen wechseln, sie getrennt verwenden oder sprachliches Material mischen. In der bilingualen Rede von Minderheitensprachgemeinschaften werden besonders häufig einzelne Wörter aus der dominanten Mehrheitssprache in Äußerungen der Minderheitensprache inseriert. Die Häufigkeit solcher Insertionen wurde in der Forschung als Kriterium dafür herangezogen, ob ein Wort als etablierte Entlehnung oder als spontanes Element bilingualer Rede einzustufen ist. Die dabei verwendeten Frequenzschwellen werden jedoch meist arbiträr festgelegt und sind psycholinguistisch kaum abgesichert. Da Sprachwechsel mit Verarbeitungskosten verbunden sein können, etablierte Entlehnungen dagegen solche Kosten nicht aufweisen sollten, lässt sich der Status der inserierten Wörter experimentell anhand ihrer Verarbeitung untersuchen. Das Projekt untersucht daher die Rolle der Gebrauchshäufigkeit inserierter Wörter in der russisch-deutschen bilingualen Rede in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen deutsche Nomen, die in ansonsten russischsprachigen Äußerungen auftreten. Als Datengrundlage dient ein Korpus russisch-deutscher spontaner Konversationen, in dem diese Nomen nach ihrer Gebrauchshäufigkeit in häufige, seltene und einmalig vorkommende Wörter eingeteilt werden. Mithilfe einer Wortüberwachungsaufgabe soll unter kontrollierten experimentellen Bedingungen geprüft werden, ob die Frequenz deutscher Nomen in russischen Sätzen ihre Verarbeitung beeinflusst. Erwartet wird, dass häufig vorkommende deutsche Wörter schneller erkannt werden als seltene oder nur einmal belegte Wörter. Damit soll experimentell überprüft werden, ob korpusbasierte Gebrauchshäufigkeit tatsächlich den Grad der Etablierung eines Wortes im bilingualen Lexikon widerspiegelt.
Area of research
Slavische Sprachwissenschaft, Mehrsprachigkeitsforschung
Keywords
Sprachverarbeitung, Codeswitching, Codemixing, Entlehnungen, Russisch, Deutsch
Permalink
https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/117072