Bildungswissenschaft im Verbund (BilVer)


Title
Bildungswissenschaft im Verbund (BilVer)
 
 
 
Person involved
 
Start date
01-01-2016
 
End date
01-01-2019
 
 
Existing situation
Completed
 
 
Acronym
BilVer
 
Description
Was sind die Ziele von BilVer?

In dem Teilprojekt BilVer steht die nachhaltige Profilierung und Weiterentwicklung einer curricular abgestimmten bildungswissenschaftlichen Ausbildung von Lehrkräften im Mittelpunkt. In dieser wird es als zentrale Aufgabe gesehen, künftigen Lehrkräften Fähigkeiten und Wissen zu vermitteln, die grundlegend sind für das Verständnis von Lernprozessen und -bedingungen, von Lehr-Lernsituationen, von Unterricht (Planung, Durchführung und Analyse), Erziehung, Diagnose, Beratung, Konfliktlösung sowie für die Weiterentwicklung schulischer Institutionen (KMK, 2004). Hierzu zählen ebenso berufsbezogenes Wissen zu evidenzbasierten Qualitätsmerkmalen des Unterrichtens, digitale wie auch adaptive Lehrkompetenzen, welche fachwissenschaftliche, fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Wissensbestände, Verhaltensweisen, Werte, Einstellungen und Überzeugungen einschließen, die einen professionellen Umgang mit Heterogenität ermöglichen. Um diese Kompetenzen zu vermitteln, sollen die hohe Expertise in der empirischen Bildungsforschung wie auch die bestehenden Kooperationen zwischen und innerhalb der fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und erziehungswissenschaftlichen Ausbildungsbereiche der Lehrerinnen- und Lehrerbildung an der Universität Bamberg genutzt und ausgebaut werden. Ziele sind hierbei vor allem, digitale Forschungszugänge zu erweitern, die inhaltliche Abstimmung und Vernetzung zwischen den einzelnen Fächern zu erhöhen, den Professions- und Schulbezug in den Lehrangeboten im erziehungswissenschaftlichen Studium wie auch in den Praktika zu stärken, in denen darüber hinaus vielfältige Forschungsperspektiven eingenommen, neue (digitale) Kulturtechniken eingesetzt sowie innovative fall- und themenbezogene Lehr-, Lern- und Prüfungsformate umgesetzt werden.

Was sind die Grundlagen von BilVer?

Als eine zentrale Herausforderung in der Profilierung und Weiterentwicklung der Lehrerbildung wird im nationalen wie auch internationalen Forschungsdiskurs das Zusammenspiel von allgemeindidaktischen und bildungswissenschaftlichen Inhalten im Lehrangebot diskutiert, welches sich schließlich auch in der späteren Qualität des Unterrichts der ausgebildeten Lehrkräfte widerspiegelt. Um dieses Zusammenspiel förderlich zu gestalten, Abstimmung und Vernetzung innerhalb wie auch zwischen den einzelnen Studienbereichen zu fördern, sind fachliche wie auch organisatorisch-strukturelle Anforderungen zu bewältigen, wie beispielsweise die Lehrinhalte und -formate a) in gegenseitigem Bezug der einzelnen Ausbildungsbereiche untereinander anzubieten und entsprechende Kommunikations- und Kooperationsformen zu ermöglichen, b) schulart- und schulstufenspezifisch zu differenzieren sowie c) mit engem Berufsfeldbezug zu verknüpfen (vgl. hierzu u.a. Kunter et al., 2011; Seidel & Stürmer, 2014).

Welche Maßnahmen werden in BilVer umgesetzt?

An diesen theoretischen Grundlagen anknüpfend werden in dem Teilprojekt BilVer verschiedene Maßnahmen im Rahmen des erziehungswissenschaftlichen Studiums umgesetzt, um einen aufbauenden und reflektierten Erwerb von fachübergreifenden Kompetenzen sowie vernetzten Wissens bei den Studierenden zu ermöglichen. Während in der ersten Projektphase der Fokus auf den bildungswissenschaftlichen Inhalten der Allgemeinen Pädagogik, der Schulpädagogik und der Psychologie lag, welche die Pflichtmodule im erziehungswissenschaftlichen Studium für alle vier Lehramtsstudiengänge sowie den Studiengang Berufliche Bildung an der Universität Bamberg gestalten, steht die Ausweitung der interdisziplinären Kooperationen der zweiten Projektphase im Vordergrund. Darin werden erprobte fachübergreifende Maßnahmen und Lehrveranstaltungen fortgeführt und auf erziehungswissenschaftliche Wahlpflichtbereiche (insbesondere in den Gesellschaftswissenschaften mit den Fächern Soziologie, Politikwissenschaft und Volkskunde) sowie weitere Studienbereiche und -gänge ausgedehnt, wie beispielsweise auf die Grundschulpädagogik und -didaktik, den Studiengang der Beruflichen Bildung/ Fachrichtung Sozialpädagogik, die Fachdidaktiken sowie auf den Fachbereich Wirtschaftspädagogik. Auf der Basis übergreifender Lehrkonzepte werden unter anderem interdisziplinäre Lehrveranstaltungen zu den Themen „Umgang mit Heterogenität“, „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“, wie auch "Unterrichtsplanung“ angeboten, womit in der ersten Projektphase identifizierte Lücken im Lehrangebot geschlossen werden.

Zu den zentralen Meilensteinen dieser Maßnahmen im bildungswissenschaftlichen Bereich der Bamberger Lehrerbildung zählt es,

… die Kommunikation und gegenseitige Abstimmung zu erhöhen: Dazu arbeiten wir an einer semesterweisen Erfassung anhand von Mappings und stehen in fortlaufendem Austausch über die auf unterschiedliche Disziplinen und Professuren verteilten Ausbildungsinhalte im erziehungswissenschaftlichen Bereich, um schließlich übergreifende Themen zu identifizieren und in interdisziplinären Lehrangeboten aufzubereiten.

… die Vernetzung bildungswissenschaftlicher Ausbildungsteile zu optimieren: Um dies zu erreichen, werden unter anderem die Inhalte verschiedener Fachdisziplinen zu übergreifenden Themen in gemeinsamen Lehrveranstaltungen dargestellt und ihre Bezüge reflektiert.

… die Berufs- wie auch Schulbezüge zu stärken: In Anlehnung an empirische Befunde nutzen wir dazu unter anderem Unterrichtsvideos und Fallbeispiele, um vermittelte Inhalte, wie beispielsweise zu lernerfolgsrelevanten Unterrichtsmerkmalen, in berufsrelevanten Kontexten zu situieren (vgl. u.a. Kunter et al., 2011, 2016; Seidel & Stürmer, 2014), im Hinblick auf praktische Anwendungssituationen zu reflektieren und erworbene Fähigkeiten zu transferieren.

… innovative Lehr-, Lern- und Prüfungsformate auszubauen: Dazu arbeiten wir beispielsweise verstärkt mit Konzepten forschenden Lernens, mit Unterrichtsvignetten und -simulationen, durch welche der Transfer erworbenen Wissens im praktischen Kontext unterstützt wird. Durch die Entwicklung der BilApp wird den Studierenden zudem eine kompetenzorientierte Organisation des eigenen Studiums sowie die Reflexion der eigenen berufsbezogenen Kompetenzen ermöglicht.