Entwicklungsbeziehungen zwischen kognitiv-sprachlichem Kompetenzerwerb, Selbststeuerung und Merkmalen der Erwachsenen-Kind-Interaktion (Teilprojekt 3)


Title
Entwicklungsbeziehungen zwischen kognitiv-sprachlichem Kompetenzerwerb, Selbststeuerung und Merkmalen der Erwachsenen-Kind-Interaktion (Teilprojekt 3)
 
Project leader
Weinert, Sabine
Mischo, Christoph
Lockl, Kathrin
 
 
Person involved
Ebert, Susanne
Dubowy, Minja
Kotzerke, Marei
Mursin, Katharina
Müller, Thomas
Röhricht, Vanessa
Schulze, Tobias
 
Start date
01-03-2005
 
End date
31-01-2014
 
Etat

675.000,00 €

 
 
Existing situation
Completed
 
 
Acronym
BiKS - TP3
 
Description
Teilprojekt 3 der Forschergruppe war – im Rahmen des Längsschnitts BiKS-3-10 und zu Beginn auch des Längsschnitts BiKS-8-14 – zuständig für die Auswahl, Entwicklung und Erprobung von Messinstrumenten zur Erhebung von domänenspezifischen und domänenübergreifenden Kompetenzen der teilnehmenden Kinder. Dies betrifft zum einen bildungsrelevante und bildungsabhängige Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie z.B. sprachliche Kompetenzen, kognitive Grundfähigkeiten, Arbeitsgedächtnisindikatoren und mathematisches Wissen, zum anderen ausgewählte Kontrollvariablen, wie Persönlichkeitsmerkmale, und Aspekte der sozio-emotionalen Entwicklung.

Darüber hinaus befasst sich das Teilprojekt gemeinsam mit angegliederten Promotionen mit der vertieften Analyse von Beziehungen zwischen verschiedenen Entwicklungsbereichen, insbesondere den Entwicklungsbeziehungen zwischen dem Erwerb sprachlicher, kognitiver und metakognitiver Kompetenzen, d. h. der Ausbildung von Fähigkeiten der Selbststeuerung und dem Erwerb von Wissen über Denkprozesse und Kognitionen einschließlich des Erwerbs einer intuitiven Psychologie („theory-of-mind“). Ein spezieller Fokus liegt auf der Analyse von sozialen Disparitäten und der Bedeutung von Merkmalen von Erwachsenen-Kind-Interaktionen. Diese schließen Eltern-Kind Interaktionen im Vorschulalter und Lehrer-Kind Interaktionen in der Schule (Aufzeichnung von Unterrichtssprache) ein.

Die Befunde verweisen u.a. (a) auf eine frühe Stabilisierung interindividueller Unterschiede, insbesondere im sprachlichen Bereich; (b) auf bedeutsame Beziehungen zwischen Entwicklungsbereichen, die einer entwicklungstypischen Dynamik unterliegen; (c) auf bedeutsame soziale Disparitäten bereits im Alter von nur drei Jahren vor allem im Sprachbereich, die über die KiTa-Zeit erhalten bleiben - mit Konsequenzen für die kognitive, metakognitive, soziale und schulische Entwicklung der Kinder. Diese Unterschiede sind – vor allem mit Blick auf den Wortschatzerwerb – mit Differenzen in der familiären Anregung verbunden. Die beobachteten Unterschiede in der Literacy Anregung in den KiTas zeigen hingegen keine signifikanten Effekte auf die Sprachfortschritte der Kinder. Dies verweist darauf, dass Sprachförderung keine triviale Aufgabe ist und noch viel Spielraum für Verbesserungen besteht.