Menzel, NadineNadineMenzel2025-08-012025-08-012025https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/107451In Fedor Dostoevskijs Erzählung "Die Sanfte" ist die Ikone Erbstück der verstorbenen Eltern der titelgebenden Figur. Als profanes Pfand (Leihgut) verkörpert sie einen wichtigen Moment in der Handlung, da ihre Verpfändung das erste Gespräch der zukünftigen Eheleute, des Pfandleihers und der Pfandgeberin, auslöst. Am bedeutsamsten allerdings erscheint sie in diesem Werk als ein die Erzählebene transzendierendes Objekt. Die These lautet, dass die Ikone in ihrer gesamten Ästhetik sowie Produktions- und Rezeptionsganzheit als Chiffre für das Ungesagte in dieser Erzählung dient. Die Dechiffrierung erfolgt durch einen Abgleich der Figurenkonzeptionen und -charakteristika mit ausgewählten ästhetischen Merkmalen der Ikone sowie ihrer kirchlich geregelten und intersubjektiv wirksamen Produktion und Rezeption. Die Ikone wird damit in ihrer Gesamtheit gewissermaßen als verbildlichter Prätext dieser Erzählung in Augenschein genommen. Konkret wird behauptet, dass der Protagonist von Beginn an das Ziel verfolgt, mit seinem Bericht eine Ikone seiner verstorbenen Frau zu schreiben. Dies kann ihm, wie gezeigt werden wird, nicht gelingen, und allein die Erfolglosigkeit dieses blasphemischen Unterfangens untermauert seine figurale Position in der fiktiven Welt.deuDostoevskijKrotkajaDie SanfteIntermedialitätIkonenmalerei890Embargo 01.08.2025 - Das Kultbild der Orthodoxie als Chiffre : Dostojewskijs Ikonenrezeption in der fantastischen Erzählung ›Die Sanfte‹bookparturn:nbn:de:bvb:473-irb-1074516