„Den Beistand der Geschichte könnte keiner entbehren ..." Mittelalter und Sozialismus im "Trobadora"-Roman Irmtraud Morgners




Organization Unit: Lehrstuhl für Deutsche Philologie des Mittelalters
Author(s): Wüstenhagen, Maria
Supervisor: Bennewitz, Ingrid ; Schindler, Andrea
Publishing Institution: Zentrum für Mittelalterstudien (Zemas)
Publisher Information: Bamberg : University of Bamberg Press
Year of publication: 2014
Pages / Size: 355, XLIV S. : Ill.
Bamberg Series: Bamberger interdisziplinäre Mittelalterstudien
Volume: 7
Remark: 
Zugl.: Bamberg, Univ., Diss., 2013
Abstract: 
„Den Beistand der Geschichte könnte keiner entbehren, der etwas Größeres in Angriff nehmen wollte“, konstatiert Bele H., eine Figur in Irmtraud Morgners 1974 erschienenem Roman Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, der sowohl in der BRD als auch in der DDR viel Beachtung gefunden hat. Die Autorin verklammert darin Stoffe und Motive aus der Vergangenheit mit aktuellen Problemen ihrer unmittelbaren Gegenwart. Neben anderem eignet sich Irmtraud Morgner vor allem und in besonderem Maße Stoffe, Themen und Motive der Literatur des Mittelalters an, die sie hinterfragt, interpretiert, über- und umformt, um sie dann in ganz unterschiedlicher Weise in ihren Text einzufügen. Das „Größere“, das Irmtraud Morgner in Angriff nimmt, ist die friedliche und gerechte Gesellschaft, die bei ihr wie selbstverständlich eine sozialistische sein muss. Den „Beistand“ dazu findet sie oft in den bekannten Texten des Mittelalters, beispielsweise bei Wolfram von Eschenbach, Chrétien de Troyes und Hartmann von Aue, in den provencalischen Texten und Liedern der Comtessa de Dia und des Raimbaut d’Aurenga, aber auch in deren spärlich überlieferten Vidas: kurzen biografisch anmutenden literarischen Miniaturen, die in den Handschriften zum Teil den Liedern vorangestellt sind und die durch ihre knappe Form und den Idealisierungscharakter Raum lassen für literarische Spekulation und Spiel, für Neubesetzung und Fantasie.
Die vorliegende Untersuchung versucht einen Brückenschlag zwischen zwei Themen, die auf den ersten Blick scheinbar nur wenig miteinander zu tun haben: Mittelalter und Sozialismus. Zu zeigen, dass dies im Fall des Trobadora-Romans von Irmtraud Morgner jedenfalls anders ist, gelingt Maria Wüstenhagen in ihrer Dissertation auf spannende und eindrucksvolle Weise.
Source/Other editions: Parallel erschienen als Druckausg. in der University of Bamberg Press, 2014 (21,00 EUR)
Link to order the print version: http://www.uni-bamberg.de/ubp/
Catchwords: Mittelalter ; Rezeption ; Morgner, Irmtraud, 1933-1990 ; Online-Publikation
DDC Subject Keywords: 830 Literaturen germanischer Sprachen; Deutsche Literatur
RVK - Regensburger Verbundklassifikation: GN 7851
URI: https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/6083
URN: urn:nbn:de:bvb:473-opus4-100332
ISBN: 978-3-86309-188-0
978-3-86309-189-7
Document Type: Doctoralthesis
Language(s): German
Year of first publication: 2013
Licence: German Act on Copyright
Release date: 6. May 2014

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